FinanzBusiness

Hanno Berger droht die Auslieferung

Der Steueranwalt scheitert vor Gericht mit der Beschwerde gegen einen Haftbefehl, den das Landgericht Wiesbaden erwirkt. Dort soll er sich ab dem 25. März für seine Beteiligung an Cum-Ex-Geschäften rechtfertigen.

Cum-Ex-Geschäfte (Symbolfoto) | Foto: picture alliance / Bildagentur-online/Ohde | Bildagentur-online/Ohde

Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt hat die Beschwerde von Hanno Berger gegen den Erlass eines Haftbefehls durch das Landgericht Wiesbaden abgelehnt, berichtet das Handelsblatt. Nun drohe dem in der Schweiz lebenden Steueranwalt die Auslieferung.

Prozess vor dem Landgericht Wiesbaden

Hanno Berger gilt als Schlüsselfigur im Skandal um die Cum-Ex-Geschäfte. Ob er am 25. März tatsächlich in Wiesbaden dabei ist, wenn der Strafprozess gegen ihn und vier weitere Angeklagte beginnt, bleibt dennoch zunächst offen: Erst muss die Schweizer Justiz über den Beschluss noch informiert werden.

An sich stehe der Auslieferung aber nichts mehr im Wege, zitiert das Handelsblatt einen mit dem Vorgang vertrauter Justizmitarbeiter. Anders als die Steuerhinterziehung sei der "gewerbsmäßige Bandenbetrug" ein Delikt, das auch nach Schweizer Recht eine Auslieferung möglich mache.

Der Steueranwalt wehrt sich mit allen Mitteln

Berger, der sämtliche Anschuldigungen gegen ihn von sich weist, könnte indessen noch eine andere Karte ziehen, auch, wenn seiner Beschwerde beim OLG nun gescheitert ist.

Notfalls werde ich auch bis vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.

Hanno Berger zu FinanzBusiness

Im Februar hatte er zu FinanzBusiness gesagt: "Notfalls werde ich auch bis vor den Europäischen Gerichtshof ziehen." Er gehe davon aus, dass der EuGH die europäische Finalitätsrichtlinie berücksichtige.

Es geht nur noch darum, dass der Staat gewinnen muss, sagt Hanno Berger  

Wie berichtet, soll Berger auch am Landgericht Bonn erscheinen, verhandelt wird hier der Fall M.M. Warburg.

Mehr von FinanzBusiness

Greensill-Prüfung der BaFin lässt weiter Fragen offen

War die BaFin bei der Überprüfung der Greensill Bank zu langsam - und hat damit nach Wirecard zum zweiten Mal eine Pleite nicht verhindern können? Unterlagen aus dem Bundestag zeigen, wie die Aufseher vorgegangen sind - und welche blinden Flecken es in dem Fall noch gibt.

Geplante Dreier-Fusion zur "VR-Bank zwischen den Meeren" ist geplatzt

Die VR-Bank Westküste und Raiffeisenbank Handewitt schließen sich zur neuen VR-Bank zwischen den Meeren zusammen. Bis zuletzt war noch die VR-Bank Neumünster für eine mögliche Dreier-Fusion mit im Boot gewesen - dieser Plan hat sich nun in Luft aufgelöst. Die Vorstände in Neumünster zeigen sich von der Entwicklung "überrascht".

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Neueste Nachrichten

Weitere Stellenanzeigen zeigen