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ING gibt Privatkundengeschäft in Österreich auf - Verkauf wird geprüft

Der Schritt der niederländischen Großbank folgt wenige Tage nach der Ankündigung, sich aus dem tschechischen Markt zurückzuziehen. Im Firmenkundengeschäft sieht das Institut in Österreich aber weiterhin Wachstumsmöglichkeiten.

Das Logo der ING. | Foto: picture alliance / PRO SHOTS | Mischa Keemink

Die niederländische Großbank ING zieht sich aus dem Privatkundengeschäft in Österreich zurück. Ein Verkauf der Aktivitäten in dem Alpenland steht auf der Agenda. Dies teilte die ING mit.

Allerdings stoßen wir als relativ kleiner Akteur in einem gesättigten Markt an Wachstumsgrenzen. Daher evaluieren wir strategische Optionen, die auch einen möglichen Verkauf des Privatkundengeschäfts in Österreich beinhalten.

Barbaros Uygun, CEO der ING in Österreich

"Wir sind in Österreich in mehr als 18 Jahren moderat, aber stetig gewachsen und haben in einem etablierten Bankenmarkt Fuß fassen können. Allerdings stoßen wir als relativ kleiner Akteur in einem gesättigten Markt an Wachstumsgrenzen. Daher evaluieren wir strategische Optionen, die auch einen möglichen Verkauf des Privatkundengeschäfts in Österreich beinhalten", sagte Barbaros Uygun, CEO der ING in Österreich.

Das auch in Deutschland aktive Institut erklärte erst vor wenigen Wochen, den tschechischen Markt verlassen zu wollen. Dort sollen die Kunden an die österreichischen Raiffeisenbank migriert werden.

ING zieht sich aus Tschechien zurück 

Wie es in Österreich weitergeht, ist noch nicht geklärt, sagte ein Sprecher der in Amsterdam auf Nachfrage von FinanzBusiness.

Fest steht bislang nur, dass die ING per Anfang Juni die Beziehung zu Kunden, die lediglich ein Sparkonto bei der ING unterhalten, beenden will. Kunden mit Girokonten, Depots sowie Konsum- oder Immobilienkrediten sind von diesem Schritt zunächst nicht betroffen. Gleichwohl betont die Großbank, dass sie den Rückzug aus dem gesamten Privatkundengeschäft in der Alpenrepublik bis zum Jahresende anstrebt.

Angesichts der aktuellen Markt- und Zinssituation müssen wir uns in einem ersten Schritt leider von reinen Sparkunden trennen.

Barbaros Uygun, CEO der ING in Österreich

"Die ING in Österreich hat sich in den letzten Jahren über den Ausbau ihres Produktangebotes als digitale Hausbank aufgestellt. Allerdings sind wir historisch über Sparkunden gewachsen, weshalb Spareinlagen heute mit Abstand den größten Anteil an unserem Portfolio haben. Angesichts der aktuellen Markt- und Zinssituation müssen wir uns in einem ersten Schritt leider von reinen Sparkunden trennen", so Uygun zur Begründung.

550.000 Kunden in Österreich

Die ING zählt in Österreich eigenen Angaben zufolge 550.000 Kunden, von ihnen haben 50.000 das Institut als Hausbank. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 9,53 Millionen Kunden, darunter 2,15 Millionen Hausbankkunden.

Im Firmenkundengeschäft sehe die ING in Österreich aber weiterhin Wachstumspotenzial und wolle ihre gute Position bei nachhaltigen Finanzierungen weiter ausbauen, heißt es.

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