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KfW strebt konzernweites Nachhaltigkeits-Monitoring an

Bislang wird das Neukreditvolumen der Sustainable Development Goals der UN zugeordnet, im neuen Nachhaltigkeitsbericht soll das selbst entwickelte Verfahren nun weiter optimiert werden.

Günther Bräunig | Foto: KfW

Die zahlreichen Stützungsmaßnahmen in der Corona-Krise haben bei der KfW dafür gesorgt, dass Finanzierungszusagen im Bereich "Menschenwürdiges Arbeit und Wirtschaftswachstum" der Sustainable Development Goals (SDG) im vergangenen Jahr um über 150 Prozent gestiegen sind. Die KfW ordnet seit 2019 ihre konzernweiten Finanzierungszusagen den Zielen der Vereinten Nationen zu.

Doch dabei soll es nicht bleiben: "Wir wollen durch ein konzernweit harmonisiertes Wirkungsverständnis – zu dem auch die gemeinsame Definition von zahlreichen Wirkungsindikatoren gehört – eine bessere Messung und Berichterstattung der Nachhaltigkeitswirkungen der von uns (mit-)finanzierten Vorhaben erreichen", teilte eine Sprecherin der Förderbank FinanzBusiness mit. Das Thema sei im nächsten Nachhaltigkeitsbericht vorgesehen.

Automatisierte Zuordnung anhand von 1500 Indikatoren

Im Finanzsektor gibt es bislang keine verpflichtenden Standards zur Offenlegung von SDG-Beiträgen. Bei der KfW erfolgt das "Mapping" nach einem eigens entwickelten Verfahren: Dabei werden rund 1500 finanzierungsbezogene Wirkungsindikatoren, "Entwicklungsmarker" und KfW strategische Zielgrößen, Verwendungszwecke sowie ausgewählte Wirtschaftszweige den SDGs zugeordnet. Finanzierungen können dabei mehreren SDGs zugeordnet werden.

Die KfW sieht sich mit dem Ansatz als Vorreiter der Branche. Die Zuordnung konzentriere sich auf die positiven Effekte der mitfinanzierten Kunden- und Partneraktivitäten, mögliche Zielkonflikte werden minimiert, heißt es in der Methodikerläutertung. Das Mapping soll auch strategisch wegweisend sein.

Mehr Klimaschutzmaßnahmen

Im vergangenen Jahr wurden laut der Zuordnung auch die Zusagen in den Bereichen "Nachhaltige Städte und Gemeinden", "Maßnahmen zum Klimaschutz" und "Bezahlbare und saubere Energie" um über 50 Prozent gesteigert.

Wir haben die klimafreundliche Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft trotz Pandemie nicht aus den Augen verloren.

Günther Bräunig, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe

Günther Bräunig, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe, sagte in einer Mitteilung dazu: "Deutlich wird auch, wie konsequent wir als Bank aus Verantwortung unser Engagement für Klimaschutz und Transformationsgestaltung in Deutschland und weltweit ausgeweitet haben. Wir haben die klimafreundliche Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft trotz Pandemie nicht aus den Augen verloren."

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Fast 40 Prozent der Deutschen verhandeln nie ihr Gehalt

Dabei zahlt sich eine Gehaltsverhandlung meistens aus - 42 Prozent der Studienteilnehmer gaben eine höhere Gehaltsabrechnung an. Die Rechnung geht auch für Bankangestellte auf. Im Gegenzug hat jeder vierte Deutsche allerdings noch nie eine Lohnsteigerung erzielt.

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