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US-Hypothekenstreit belastet Credit Suisse weiter

Im vierten Quartal 2020 rechnet die Bank mit einem Verlust, muss wegen eines US-Rechtsstreits zudem weitere Rückstellungen bilden. 

Zentrale der Credit Suisse | Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Jp

Offene Streitigkeiten um Hypothekendarlehen in den USA haben der Schweizer Großbank Credit Suisse weitere Rückstellungen eingebrockt. Die Bank werde ihre Rücklagen voraussichtlich um insgesamt 850 Mio. US-Dollar erhöhen, teilte diese am Freitag in Zürich mit.

Der Fall zwischen der Credit Suisse und dem US-Unternehmen MBIA in New York datiert aus dem Jahr 2009. Es geht in dem Streit um Garantien bezüglich eines Hypothekendarlehens, einem so genannten Residential Mortgage Backed Security (RMBS). Es könnte nun zu einem Urteil von bis zu 680 Mio. Dollar kommen.

Die Credit Suisse hat in Zusammenhang mit diesem Fall zwar zuvor Rückstellungen in Höhe von 300 Mio. USD gebildet und ist weiterhin überzeugt, dass sie über starke Berufungsgründe verfügt.

Mitteilung der Credit Suisse

"Die Credit Suisse hat in Zusammenhang mit diesem Fall zwar zuvor Rückstellungen in Höhe von 300 Mio. USD gebildet und ist weiterhin überzeugt, dass sie über starke Berufungsgründe verfügt", heißt es in der Mitteilung der Bank. Dennoch habe man sich nach einer weiteren Abklärung zu der erhöhten Rückstellung entschlossen.

Höhere Schadensschätzungen

Bisher hatte die Credit Suisse für diesen Fall nur 300 Mio. Dollar zur Seite gelegt. Aber: "Am 30. November 2020 verfügte der für diesen bestehenden Fall zuständige Richter, dass beide Parteien Schadensschätzungen in Zusammenhang mit diesen Hypotheken einreichen müssen, was zu einem Urteil gegen die Credit Suisse in Höhe von bis zu rund 680 Mio. USD führen könnte", heißt es in der Mitteilung der Bank.  Der seit Kurzem amtierende Konzernchef Thomas Gottstein hatte sich jüngst auf die Fahne geschrieben, mit einer "möglichst weißen Weste" ins Jahr 2021 zu starten und Altlasten abzuarbeiten.

Da die Strafe in ähnlichen Fällen erhöht werden könnten, wurde die Rückstellung für diese ebenfalls erhöht. Inklusive einer früher kommunizierten Wertberichtigung auf einer Minderheitsbeteiligung an York Capital von 450 Mio. Dollar rechne die Großbank daher mit einem Verlust im vierten Quartal 2020.

Die Zahlen sollen am 18. Februar veröffentlicht werden. Am geplanten Aktienrückkauf hält die Credit Suisse fest

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