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UBS-Verwaltungsratschef Weber empfiehlt mehr Rechte für deutsche Aufsichtsräte

Auch UBS-Verwaltungsratschef Axel Weber spricht sich für stärkere Kontrollrechte von Aufsichtsräten in deutschen Unternehmen aus.

Der ehemalige Präsident der Deutschen Bundesbank Axel Weber. Foto: picture alliance/AP Photo

Im Lichte des Wirecard-Skandals drängt zunehmend die Rolle der Aufsichtsräte in die Diskussion. "Es ist wichtig, wenn man ein Unternehmen intern kontrollieren will, dass man sich ein unverzerrtes und eigenes Bild der Risiken machen kann", sagte der Chefaufseher der Schweizer Großbank UBS, Axel Weber, am Donnerstag (3. September) auf dem Handelsblatt Banken-Gipfel in Frankfurt.

Es ist wichtig, wenn man ein Unternehmen intern kontrollieren will, dass man sich ein unverzerrtes und eigenes Bild der Risiken machen kann.

Axel Weber, Verwaltungsratschef der UBS

Es nütze dem Aufsichtsratschef "gar nichts", wenn er immer von den Berichten des Managements abhänge.

Genaue Prüfung sei die Aufgabe der Unternehmen, die "dürfen sich nicht darauf verlassen, dass das Aufseher von außerhalb tun", sagte Weber und plädierte für entsprechend harte Sanktionen gegen Führungskräfte, die sich falsch verhalten - bis hin zur Entlassung. Jemand der als Führungskraft kein gutes Verhalten zeige, aber fünf Jahre im Unternehmen sei, habe fünf Jahre Zeit, Probleme zu machen.

Bessere Prüfung durch externes Berichtswesen

In der Schweiz berichte die interne Revision - die Prüfabteilung einer Bank - nicht an das Management, sondern an den Verwaltungsrat, erklärt Weber. "Und ich glaube, das kann man sicherlich im deutschen Aktienrecht ändern."

In der Schweiz hat der Verwaltungsrat einer Aktiengesellschaft ähnliche Kontrollaufgaben wie Aufsichtsräte in Deutschland. Allerdings besitze er mehr Macht und Einfluss, sagte Weber, der bis 2011 Präsident der Deutschen Bundesbank war. Für ihn sei der Posten bei der UBS "ein Vollzeitjob".

Zögerliches Handeln

Im Wirecard-Skandal ist nicht nur das zögerliche Handeln der Finanzaufsicht BaFin und das Versagen der langjährigen Wirtschaftsprüfers EY in den Blick geraten. Bereits am ersten Tag des Banken-Gipfels wurde in diesem Zusammenhang die Rolle der Aufsichtsräte thematisiert.

Dort hatte unter anderem der anerkannte Arbeitsrechler Burkhardt Göpfer die Professionalisierung von Aufsichtsräten gefordert. Es brauche in Unternehmen einen "Tone from the top", um Fehlverhalten zu vermeiden, sagte der Anwalt. Dabei gehe es auch um Fragen der Anreizgestaltung.

Anwalt Burkhard Göpfert fordert Professionalisierung von Aufsichtsräten als Lehre aus Wirecard-Skandal

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