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Frankfurt wird Bank-Arbeitsplätze verlieren

Trotz Brexit-Zuzugs ist der Zenit an Banken-Jobs in der Main-Metropole bereits erreicht, sagt Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud im Gespräch mit der Börsen-Zeitung.

Die Zentrale der Landesbank Hessen-Thüringen im Abendlicht. | Foto: picture alliance/Frank Rumpenhorst/dpa

Die Zahl der Bank-Arbeitsplätze in Frankfurt wird nach Ansicht der Helaba nicht weiter wachsen. Der Zenit sei mit 64.700 Mitarbeitern bereits zum Jahreswechsel 2019/2020 erreicht worden. Das sagte Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud der Börsen-Zeitung (22. August).

Da es seit dem Jahreswechsel 2019/2020 außer dem Brexit-Effekt fast nur noch negative Faktoren gibt, ist davon auszugehen, dass die Bankbeschäftigung in Frankfurt schon jetzt nicht mehr steigt.

Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Helaba

Ursprünglich sei dieser Punkt erst für Ende 2021 erwartet worden. "Da es seitdem außer dem Brexit-Effekt fast nur noch negative Faktoren gibt, ist davon auszugehen, dass die Bankbeschäftigung in Frankfurt schon jetzt nicht mehr steigt", sagte Traud.

Es kommen weniger Brexit-Banker

Dabei ist der Brexit-Effekt wohl auch nicht überzubewerten. Nur 3500 Mitarbeiter britischer Finanzinstitute dürften aufgrund des Brexits insgesamt nach Frankfurt kommen, deutlich weniger als die früher einmal erwarteten 8000. Das werde somit nicht ausreichen, um den Stellenabbau auszugleichen, von dem Frankfurt bisher entgegen dem Branchentrend verschont geblieben war.

Die Bankenmetropole habe bisher noch davon profitiert, dass die Finanzinstitute Tätigkeiten in ihren Konzernzentralen konzentrierten, während sie sich aus der Fläche zurückzogen. So sei zwischen 2013 und 2019 die Zahl der Bankmitarbeiter in Frankfurt noch um 3 Prozent gestiegen, während sie bundesweit bereits um rund 10 Prozent schrumpfte.

Stellenabbau in der Bankenbranche geht weiter

Der nun von großen Instituten wie Deutscher Bank, Commerzbank, DZ Bank oder Helaba angekündigte Stellenabbau werde auch an Frankfurt nicht spurlos vorübergehen, hieß es. Traud sieht zudem eine gewisse Gefahr, dass die Bankenregulierungsbehörde EBA und die Wertpapier- und Marktaufsicht ESMA eines Tages nach Paris abwandern könnten, was ein schwerer Schlag für den Finanzplatz Frankfurt wäre.

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