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Wirecard verschleierte wohl jahrelang Verluste im Kerngeschäft

Die Financial Times berichtet von roten Zahlen bei Wirecard-Gesellschaften in Europa und Amerika, die der Konzern mit mutmaßlichen Luftbuchungen kaschieren wollte.

Wirecard war wohl nie das, was es zu sein schien. | Foto: picture alliance/Sven Simon

Die mutmaßlichen Luftbuchungen beim insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard sollten laut einem Zeitungsbericht wohl auch Verluste im Kerngeschäft kaschieren. In Europa und Amerika hätten die direkt unter Wirecard-Kontrolle stehenden Gesellschaften seit Jahren rote Zahlen geschrieben.

Das berichtete die Financial Times (FT) am Sonntag (5. Juli) unter Berufung auf Dokumente im Zusammenhang mit der Sonderbuchprüfung durch KPMG.

Verluste gemacht, Gewinne ausgewiesen

2018, als Wirecard in den Dax aufstieg und die Commerzbank in dem Leitindex ersetzte, hätten die Geschäfte unter direktem Einfluss Wirecards einen operativen Verlust von 74 Mio. Euro gemacht. Auch im Jahr davor habe Wirecard in diesen Bereichen Geld verloren, während die offiziellen Geschäftszahlen für den Gesamtkonzern stetig steigende Gewinne auswiesen.

Das Unternehmen wollte die Informationen der Zeitung nicht kommentieren.

Wirecard hatte nach mehrfachen Verzögerungen des Geschäftsberichts für das vergangene Jahr Mitte Juni einräumen müssen, dass rund 1,9 Mrd. Euro auf Treuhandkonten auf den Philippinen mit großer Wahrscheinlichkeit nie existiert haben. Das Geld war offiziell für das sogenannte Drittpartnergeschäft in Asien vorgesehen, über das Wirecard nach eigener Darstellung Geschäfte in Ländern ohne eigene Lizenz abwickelte.

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