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Versprechen von 16 Banken: mehr Gewicht für den Klimaschutz

Die 16 deutschen Institute haben eine Selbstverpflichtung unterschrieben. Stoßrichtung sind die Ziele des Pariser Klimaabkommens.

Die Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion hatte Mitte Juni in Berlin für Klimaschutz demonstriert. Unabhängig davon haben jetzt zahlreiche Banken eine entsprechende Selbstverpflichtung unterschrieben. | Foto: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

Deutsche Banken wollen dem Klimaschutz bei Krediten und Anlagen mehr Gewicht verleihen. 16 Institute haben dazu eine Selbstverpflichtung unterzeichnet, ihre Kredit- und Investmentportfolios im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten.

Erderwärmung bremsen

Die Unterzeichner verpflichten sich in der Erklärung, "durch die Finanzierung der Transformation hin zu einer emissionsarmen und klimaresilienten Wirtschaft und Gesellschaft, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen und das 1,5-Grad-Ziel anzustreben".

Die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau ist der Kern des Pariser Klimaabkommens von 2015. Damals verpflichteten sich alle Staaten gemeinsam zum Klimaschutz, mittlerweile hat die US-Regierung von Präsident Donald Trump das Abkommen aufgekündigt.

Viele Experten halten inzwischen noch größere Anstrengungen für notwendig, um den weltweiten Treibhauseffekt einzudämmen und den Klimawandel zu begrenzen.

Große und kleine Banken mit dabei

Unterstützt wird die Initiative, die von der Alternativ-Bank Triodos und dem WWF vorangetrieben wurde, bislang unter anderem von den großen Privatbanken Deutsche Bank und Commerzbank, der Direktbank ING Deutschland, der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), der GLS Bank, der Umweltbank und der Evangelischen Bank.

Sie verwalten den Angaben zufolge zusammen mehr als 5,5 Bill. Euro Vermögen und haben über 46 Mio. Kundenverbindungen in Deutschland.

Das Thema ist in der Breite der deutschen Finanzindustrie angekommen.

Georg Schürmann, Deutschlandchef von Triodos

Die Selbstverpflichtung dokumentiere, "welchen hohen Stellenwert das Thema Klimawandel für alle Häuser hat", sagte Triodos-Deutschlandchef Georg Schürmann. "Das Thema ist in der Breite der deutschen Finanzindustrie angekommen."

Deutsche Bank-Vertreter Gerald Podobnik bekräftigte, es sei wichtig, dass Deutschland bei diesem Zukunftsthema "als Finanzplatz gemeinsam aktiv wird".

Bis spätestens Ende 2022 wollen die Institute gegenseitig akzeptierte Methoden zur Messung der Klimaauswirkungen ihrer jeweiligen Kredit- und Investmentbestände entwickeln und einführen. Vereinbart sind jährliche Berichte über den Fortschritt.

Urgewald ist nicht zufrieden

Die Initiative Urgewald vermisst in der Selbstverpflichtung jedoch klar formulierte Anforderungen. Die Absicht der Banken sei "gut und notwendig", kommentierte Urgewald-Vertreterin Kathrin Petz. Ob die Banken die Ziele mit der Selbstverpflichtung erreichen, sei jedoch mehr als fraglich.

"Jedes Institut darf sich aussuchen, in welchem Bereich es die größte Wirkung vermutet und aktiv werden will", gab Petz zu bedenken. Urgewald forderte, die Bundesregierung solle ihre an diesem Mittwoch (1. Juli) beginnende sechsmonatige EU-Ratspräsidentschaft nutzen, "um dem Finanzsektor auf EU-Ebene Klima-Leitplanken zu setzen".

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