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Europol will Profite aus organisiertem Verbrechen in Zusammenarbeit mit Banken aufspüren, eröffnet Experten-Zentrum

Die europäische Polizeibehörde eröffnet in Den Haag ein Experten-Zentrum gegen Finanz- und Wirtschaftskriminalität. Politiker setzen auf eine enge Zusammenarbeit mit Banken.

Die Europol-Zentrale in Den Haag | Foto: Europol

Europol will den Kampf gegen Profite des organisierten Verbrechens verstärken. Die europäische Polizeibehörde eröffnete am Freitag (5. Juni) in Den Haag ein neues Experten-Zentrum gegen Finanz- und Wirtschaftskriminalität (EFECC). Die Ermittlungen zur finanziellen Basis des Verbrechens müssten gezielter und erfolgreicher werden, sagte Europol-Direktorin Catherine De Bolle.

100 Mrd. Euro Profit - pro Jahr

Jährlich machten Verbrecherbanden nach Angaben von Europol schätzungsweise 110 Milliarden Euro Profit in der EU. "Davon werden aber nur rund 1,2 Prozent beschlagnahmt", sagte die Europol-Direktorin. "Wir müssen den Spuren des Geldes folgen, um die Verbrecher zu treffen."

Europol-Direktorin Catherine De Bolle | Foto: Europol (Collage: FinanzBusiness)
Europol-Direktorin Catherine De Bolle | Foto: Europol (Collage: FinanzBusiness)

Wir müssen den Spuren des Geldes folgen, um die Verbrecher zu treffen.

Catherine De Bolle, Europol-Direktorin

Herkömmliche Methoden reichten nicht aus, sagte Europol-Chefin De Bolle. "Hausdurchsuchungen sind nicht genug, Verhaftungen sind nicht genug, und einmal eine Tonne Kokain beschlagnahmen ist nicht genug."

Zusammenarbeit mit Banken

"Das Ziel der Verbrecher ist finanzieller Gewinn", sagte EU-Kommissarin für Inneres, Ylva Johansson in Den Haag. "Finanz- und Wirtschaftsverbrechen schaden uns allen und stoppen nicht an nationalen Grenzen." Sie sprach sich für eine enge Zusammenarbeit von Europol und Banken aus.

Finanz- und Wirtschaftsverbrechen schaden uns allen und stoppen nicht an nationalen Grenzen.

Ylva Johansson, EU-Kommissarin für Inneres

65 internationale Experten sollen in dem neuen Zentrum die finanziellen Ermittlungen bei Europol koordinieren und die Ermittler in den EU-Mitgliedsstaaten unterstützen. Zentrale Arbeitsfelder sind den Angaben zufolge Betrug, Korruption, Geldwäsche und Produktfälschungen. Es seien Verbrechen, die bei relativ geringen Risiko sehr hohe Profite erbringen.

Strategiepapier zum Start des Expertenzentrums

Europol rechnet damit, dass gerade durch die Corona-Pandemie und die Rezession Finanz-und Wirtschaftsverbrechen zunehmen würden. Wenn die reguläre Wirtschaft schwächer werde, profitiere das Verbrechen.

Ein heute veröffentlichter Strategiebericht der Behörde gibt einen Überblick über die bedrohlichsten Phänomene im Bereich der Wirtschafts- und Finanzkriminalität.
Zum Download (als PDF).

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