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Deutsche bleiben dem Bargeld treu

Jüngste Studie der Bundesbank zeigt: Nur jeder Vierte verzichtet seit der der Corona-Pandemie auf Barzahlungen. Vor Ausbruch der Krise bezahlten 75 Prozent hierzulande mit Bargeld.

Foto: picture alliance/Zoonar

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier - und das kann anscheinend auch Corona nicht ändern. Laut einer von der Deutschen Bundesbank in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage, änderte nur jeder Vierte sein Zahlungsverhalten in der aktuellen Krise.

Das Marktforschungsinstitut befragte repräsentativ telefonisch mehr als 1.000 Personen in der Kalenderwoche 13 und 15 (April 2020).

Bargeldzahlungen nach wie vor beliebt

Die Gründe des geänderten Zahlungsverhaltens liegen laut Studie vor allem in hygienischen Überlegungen, Infektionsschutz und Kontaktvermeidung. Etwa genauso viele führten es auf Aufforderungen oder Hinweise in den Geschäften vor Ort zurück. 18 Prozent verwiesen auf allgemeine Hinweise zu Maßnahmen gegen das neue Coronavirus. Jeder Zehnte nannte den Schutz Anderer als Motiv.

Fast alle (90 Prozent), die ihr Zahlungsverhalten geändert haben, bezahlen nicht mehr bar. Außerhalb der Krise werden dagegen drei von vier Zahlungsvorgängen bar abgewickelt. Das werde wohl auch in Zukunft so bleiben, schätzt Bundesbank Vorstand Johannes Beermann.

Unmittelbare Auswirkungen auf das mittelfristige Bezahlverhalten können wir aus der momentanen Situation nicht erkennen.

Johannes Beermann, Vorstand Deutsche Bundesbank

Die Umfrage zeige, dass Bargeld auch in der Krise ein sehr beliebtes Zahlungsmittel des täglichen Gebrauchs sei. Und weiter: "Unmittelbare Auswirkungen auf das mittelfristige Bezahlverhalten können wir aus der momentanen Situation nicht erkennen".

Die Bundesbank ist nicht die einzige Institution, die solche Zahlen ermittelt. Vor kurzem hatte das Beratungsunternehmen Oliver Wyman eigene Erhebungen präsentiert, in denen die Autoren davon ausgehen, dass Barzahlungen bis 2025 um 25 Prozent zurück gehen werden.

Studie: Anteil der Bargeldzahlungen wird weiter zurückgehen 

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