KSKMSE würde gern mehr Geld für Personal ausgeben

Die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg hat ein Problem. Zwar sind 2022 die Personalkosten geringer ausgefallen als vorgesehen. Kehrseite: Es konnten weniger Stellen besetzt werden als geplant.
Kreditnachfrage sank signifikant im zweiten Halbjahr: KSKMSE-Vorstandsvorsitzender Andreas Frühschütz
Kreditnachfrage sank signifikant im zweiten Halbjahr: KSKMSE-Vorstandsvorsitzender Andreas Frühschütz

”Der viel beklagte Fachkräftemangel betrifft leider auch uns“, erläuterte Andreas Frühschütz, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg (KSKMSE). ”Im Jahr 2023 hat das Thema Personalgewinnung daher einen hohen Stellenwert.” Die Kreissparkasse biete vielseitige Einsatzmöglichkeiten, Sicherheit, Flexibilität und Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

Plus bei Kundeneinlagen von zwei Prozent

Das bilanzielle Kundengeschäftsvolumen der Kreissparkasse, also Einlagen und Kredite, stieg um 3,4 Prozent (717 Mio. Euro) und betrug zum Jahresende 2022 rund 21,7 Mrd. Euro. Dabei stieg der Bestand an Kundeneinlagen um zwei Prozent auf rund 11,2 Mrd. Euro. Die Zinswende habe viele Kunden motiviert, ”ihre jahrelang kurzfristig geparkten Gelder wieder in positiv verzinste Anlagen umzuschichten“. 

Im Kreditgeschäft wurde ein Wachstum um fünf Prozent auf einen Gesamtbestand in Höhe von 10,5 Mrd. Euro verzeichnet. Nach einem noch sehr dynamischen Neugeschäft im ersten Halbjahr 2022 ging die Nachfrage, sowohl im privaten als auch im gewerblichen Kreditgeschäft, in der zweiten Jahreshälfte signifikant zurück.

Absagen von geplanten Immobilienvorhaben

Finanzierungsvorhaben wurden teils zurückgestellt oder gar vollständig verworfen. ”Insbesondere im Immobilienbereich führte der außerordentliche Zinsanstieg dazu, dass eine Finanzierung bei weiterhin hohen Bau- und Kaufpreisen oft nicht mehr realisierbar war und ist“, sagte Frühschütz.

Die Ausleihquote, also der Anteil der Kundeneinlagen, die die Kreissparkasse als Kredite ausgibt, stieg um drei Prozentpunkte auf knapp 94 Prozent. In den Wertpapierdepots der Kunden gab es im Vorjahr noch einen Zuwachs von gut 35 Prozent, im Jahr 2022 reduzierte sich das Depot aber um 27 Prozent auf 4,4 Mrd. Euro.

Vorsorge für mögliche Kreditausfälle

Sowohl der Zinsertrag als auch der Zinsaufwand stiegen, sodass ein Überschuss von 163 Mio. Euro erwirtschaftet wurde – etwa fünf Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Das Provisionsergebnis stieg auf 69 (Vj: 59) Mio. Euro. Neben höheren Gebührenerträgen machte sich hier ein Rekordertrag in der Immobilienvermittlung bemerkbar.

Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage rechnet die Kreissparkasse mit möglichen Kreditausfällen und hat hierfür zusätzlich Risikovorsorge getroffen. Ein erheblicher Abschreibungsbedarf ergab sich im Depot A: ”Wir gehen seit jeher sehr sorgsam mit den Eigenanlagen der Kreissparkasse um“, betonte Frühschütz. ”Die heftige Zinswende im Jahr 2022 hat jedoch auch bei sicheren festverzinslichen Wertpapieren deutliche vorübergehende Kursabschläge verursacht.”

Nahezu ausgeglichenes Bewertungsergebnis

Mit Blick auf steigende regulatorische Anforderungen wurden dem Kernkapital stille Reserven durch teilweise Umwandlung zugeführt, und es konnten Zuschreibungen auf Beteiligungen verbucht werden. In Summe führte dies zu einem nahezu ausgeglichenen Bewertungsergebnis.

Von ihrem Ergebnis vor Steuern in Höhe von rund 37 Mio. Euro führt die Kreissparkasse voraussichtlich 27 Mio. Euro Steuern ab, wovon gut elf Millionen Euro Gewerbesteuer an die Kommunen im Geschäftsgebiet fließen. Der verbleibende Jahresüberschuss in Höhe von rund neun Millionen Euro wird den Rücklagen zugeführt. 

Personalien: Neue Vorständin, neuer Vorstand und ein Trauerfall

Von ”Phishing“, also unbemerkten Abgriffen von Online-Banking-Kennungen, dokumentierte die KSKMSE im Vorjahr 125 Fälle – und setzt auf permanente Prävention: ”Hinweise appellieren mittlerweile bei jeder Nutzung der PushTAN-App, Daten nie an Dritte weiterzugeben und nur Aufträge freizugeben, die selbst veranlasst wurden.”

Im Laufe des Jahres 2022 verließen mit Armin Zimmermann und Peter Waßmann zwei Vorstandsmitglieder die Kreissparkasse. Ihnen folgte bereits zum 1. Oktober 2022 Ulrich Sengle nach. Ab 1. April 2023 wird Andrea Felsner-Peifer den Vorstand vervollständigen. Die Münchnerin, die zuletzt Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Freising Moosburg war, komplettiert das dreiköpfige Vorstandsteam. Felsner-Peifer übernimmt in ihrem Ressort unter anderem die Verantwortung für die Marktbereiche der Unternehmenskunden, das Private Banking und den Eigenhandel.

Sparkassenchefin Andrea Felsner-Peifer zieht es nach München

Eine Veränderung ergab sich auch im Verwaltungsrat der Kreissparkasse. Rolf Zeitler, Altbürgermeister von Unterschleißheim und Kreisrat, verstarb im Januar 2023 mit 79 Jahren. Zeitler war über 26 Jahre engagiert im Verwaltungsrat der Kreissparkasse tätig. Sein Nachfolger ist Jan Neusiedl, 1. Bürgermeister der Gemeinde Grünwald.

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