"Nicht bei den Nachfragepreisen übertreiben", mahnt Ronald Slabke

Der Hypoport-Chef warnt vor zu langen Vermarktungsdauern bei privaten Wohnobjekten. Er vermisst trotz sehr guter Geschäftszahlen eine gewisse Belebung am Finanzierungsmarkt.
Hypoport-Chef Ronald Slabke | Foto: Hypoport SE
Hypoport-Chef Ronald Slabke | Foto: Hypoport SE

Trotz zweistelliger Zuwachsraten beim Konzernergebnis und beim Umsatz in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres hat der CEO des Finanzierungsdienstleisters Hypoport, Ronald Slabke, vor einer Überhitzung der Preisniveaus im privaten Wohnungsbau gewarnt. "Die Anbieter sollten nicht mit den Nachfragepreisen übertreiben", sagte er auf einer Pressekonferenz zu den aktuellen Quartalszahlen in Berlin.

Hypoport trotzt der Sommer-Flaute und wächst im dritten Quartal zweistellig 

Slabke beobachtet seit dem Sommer ein Abflachen der Nachfragekurve bei Häuslebauern. Im Gespräch betonte er nun: "Diese leichte Zurückhaltung ist immer noch zu spüren - wir vermissen die Preisdynamik."

"Die Urlaubszeit führte zu saisonal deutlich weniger Immobilientransaktionen", sagt Ronald Slabke 

Gleichwohl sieht er keine Trendwende am privaten Immobilienmarkt. "Von fallenden Preisen gehe ich nicht aus", erklärte er. Schließlich sei der Nachfrageüberhang immer noch enorm. Der Hypoport-Chef hofft nicht zuletzt deshalb, dass sich die neue Bundesregierung dieses Themas schnell annehmen wird.

Auf der einen Seite läuft laut Slabke das verstärkte Recruiting von neuen Beratern im privaten Baufinanzierungssegment Dr. Klein seit dem dritten Quartal 2020 gut. Auf der anderen Seite -beispielsweise im Immobilienbewertungssegment (Value AG) - sei es derzeit schwierig, genügend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. "In der Krise wechseln Arbeitnehmer offenbar nicht so gerne den Arbeitsplatz", vermutet er.

Der Chef des Plattform- und Finanzierungsanbieters mit Sitz in Lübeck und Berlin kann der derzeitigen Krise offenbar aber etwas Positives abgewinnen: "Wir sparen derzeit Sachkosten, weil wir weniger Geschäftsreisen unternehmen."

Darüber hinaus mache man weniger Projektgeschäft. "Auf Einzelprojekte verzichten wir seit diesem Jahr sogar ganz", so Slabke.

Konzernumsatz von 430 bis 460 Mio. Euro erwartet

Dennoch rechnet er weiter mit Zuwachs, prognostiziert für Hypoport und den Tochterunternehmen eine "bullishe" Zukunft, wie er sagte. Für das Gesamtjahr 2021 erwartet er einen Konzernumsatz von 430 bis 460 Mio. Euro und ein Vorsteuerergebnis "zwischen 40 und 45 Mio. Euro". Potenzial sieht er vor allem im ersten Halbjahr.

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