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Mehr Start-ups planen mit Venture Capital

Nach dem Corona-Schock befürchteten Start-ups das Schlimmste. Ein neuer Report der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt nun leise Entwarnung.

KfW-Chefvolkswirtin Dr. Fritzi Köhler-Geib | Foto: KfW-Bildarchiv/ Thorsten Futh

Der Ausbruch der Corona-Krise verhieß für die deutsche Start-up-Landschaft nichts Gutes: Viele Start-ups gingen im Frühsommer davon aus, dass sie aufgrund der Umsatzeinbrüche das Jahr nicht überstehen würden. Auch platzte so manche sicher geglaubte Finanzierung.

Aktuell, das zeigt der KfW-Start-up-Report 2020, hat sich die Lage aber insgesamt etwas entspannt.

"Die in den letzten Jahren gestiegene Zahl an Start-ups spiegelt die Reifung des Start-up-Ökosystems wider", sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib zum Report.

Gründerinnen und Gründer können diese Gelegenheit nutzen, die gute Entwicklung des deutschen VC-Markts hilft ihnen sicherlich dabei.

KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib

Das sei eine sehr gute Entwicklung für den Innovationsstandort Deutschland - auch wenn die Corona-Krise die Ökosysteme nun erheblich belaste, weil wohl zunächst sowohl mehr Unternehmen scheitern als auch weniger Gründungen nachkommen werden, erklärte Köhler-Geib.

Höhere Ausfallquote erwartet

So geht der Start-up-Report zwar davon aus, dass es krisenbedingt mehr Unternehmensschließungen geben wird. Auch Venture Capital-Investoren erwarten eine höhere Ausfallquote in ihren Portfolios.

Allerdings steigt der Anteil der Start-ups, die zur Finanzierung ihres künftigen Wachstums auf Venture Capital zurückgreifen wollen. So will aktuell knapp jedes fünfte Start-up (19 Prozent), und damit doppelt so viele wie 2019, VC-Partner einbeziehen.

Die jährlichen VC-Investitionen institutioneller Investoren stiegen seit 2014 um das 2,8-fache auf rund 1,9 Mrd. EUR im Jahr 2019 und auch das Marktklima hat sich laut dem KfW-Report verbessert, sodass die Autoren von positiven Signalen für die Zahl der Start-ups 2020 ausgehen, denn die Corona-Krise hat sich entgegen aller Befürchtungen im ersten Halbjahr noch nicht negativ in der Investitionstätigkeit niedergeschlagen.

Gründerinnen und Gründer können diese Gelegenheit nutzen, die gute Entwicklung des deutschen VC-Markts hilft ihnen sicherlich dabei.

KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib

Die Krise könne auch als Katalysator wirken, insbesondere für neue digitale Geschäftsmodelle, meinte Köhler-Geib. "Gründerinnen und Gründer können diese Gelegenheit nutzen, die gute Entwicklung des deutschen VC-Markts hilft ihnen sicherlich dabei."

Das Wachstum des Sektors ist aber wohl erstmal gebremst: In Deutschland lag die Zahl der Start-ups im Jahr 2019 wie im Jahr zuvor bei 70.000.

Deutschland habe international zwar noch immer Rückstand bei der Start-up-Finanzierung. "Wir befinden uns aber auf dem richtigen Weg", so die KfW-Chefsvolkswirtin.

Im KfW-Start-up-Report untersucht KfW Research junge Unternehmen, die vor höchstens fünf Jahren gegründet wurden, innovations- oder wachstumsorientiert sind, Markneuheiten anbieten oder Forschung und Entwicklung betreiben, um eine technologische Innovation zur Marktreife zu bringen.

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