BaFin fordert höhere Risikovorsorge von den Banken

Adam Ketessidis mahnt die Institute, sich auf wirtschaftliche Unsicherheiten vorzubereiten. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt kontinuierlich an - derzeit noch auf niedrigem Niveau.
Warnt die Institute: Adam Ketessidis, Abteilungspräsident für Risikoanalyse, Systemaufsicht und Krisenmanagement Bafin | Foto: Bafin
Warnt die Institute: Adam Ketessidis, Abteilungspräsident für Risikoanalyse, Systemaufsicht und Krisenmanagement Bafin | Foto: Bafin

Banken sollen mehr Geld für mögliche Kreditausfälle zurücklegen. Das fordert die Finanzaufsicht BaFin. Adam Ketessidis, Abteilungspräsident für Risikoanalyse, Systemaufsicht und Krisenmanagement, betonte in einem Beitrag, dass die Banken auf zukünftige wirtschaftliche Unsicherheiten vorbereitet sein müssten. 

”Sie müssen auf neue Schlechtwetterperioden vorbereitet sein“, schrieb er auf der Internetseite der Aufsicht. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steige kontinuierlich an, wenn auch von einem niedrigen Niveau aus. 

Bereits im Januar hatte die BaFin vor steigenden Risiken durch Firmenpleiten gewarnt. Trotzdem ist der Bestand an Risikovorsorge bei den bedeutenden Banken (SI), die direkt von der EZB beaufsichtigt werden, und den weniger bedeutsamen Adressen (LSI) nur geringfügig gestiegen. Die SI-Banken haben bis Ende September 25 Mrd. Euro zurückgelegt, während es bei LSI-Banken 35 Mrd. Euro sind. 

Laut Ketessidis jedenfalls besteht noch Raum für weitere Vorsorge. ”Aktuell verkünden sie noch Rekordergebnisse“, schreibt er über Banken. ”Die beste Voraussetzung dafür, sich jetzt zu wappnen.“

Mehr Vorsorge bei Wohnimmobilien nötig

Im Gegensatz zur gewerblichen Immobilienfinanzierung, bei der mehrere Großbanken im letzten Jahr die Risikovorsorge erhöht haben, betonte Ketessidis die Finanzierung von Wohnimmobilien. Hier könnte ein schwächeres Neugeschäft die Erträge der Banken beeinträchtigen, während Kreditausfälle aufgrund sinkender Einkommen privater Haushalte möglicherweise zunehmen könnten. Die Verlängerung von Krediten berge ebenfalls Risiken. 

Ketessidis legte überdies einen Fokus auf politische Risiken - und nannte beispielsweise die Situation in Taiwan, wo eine mögliche Belagerung durch China die Produktion von Mikrochips beeinträchtigen könnte, die für deutsche Unternehmen wichtig sind. Die Volksrepublik provoziert aktuell mit Militärmanövern das de facto unabhängige Nachbarland, wo in Kürze ein neuer Präsident sein Amt antritt. 

Warnung vor Sanktionsspiralen

Der Abteilungspräsident warnte auch vor Sanktionsspiralen und Protektionismus, die an verschiedenen Orten entstehen könnten. Er hebt den Angriff Russlands auf die Ukraine und den Krieg zwischen Israel und der Hamas hervor. Bereits vor einigen Tagen hatte er auf dem Retail-Bankentag der ”Börsen-Zeitung” die Kreditwirtschaft vor vielfältigen Risiken gewarnt. 

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