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Bankenverband erwartet 2022 deutlichen Konsumanstieg bei privaten Haushalten

Dadurch dürfte die Einlagenschwemme bei den Banken allmählich abebben. Für das Bruttoinlandsprodukt prognostizieren die BdB-Chefvolkswirte, dass dieses bis Ende 2021 wieder auf Vorkrisenniveau klettert.

Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des BdB | Foto: BdB/Die Hoffotografen

Die Einlagenschwemme bei den Banken dürfte nun abebben, erwartet der Bundesverband der deutschen Banken (BdB). Die Chefvolkswirte der privaten Banken sagen für das kommende Jahr einen Konsumboom in Deutschland voraus.

Wir rechnen für 2022 mit einem Plus von sieben Prozent beim privaten Verbrauch.

Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des BdB

"Wir rechnen für 2022 mit einem Plus von sieben Prozent beim privaten Verbrauch", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Christian Ossig, am Mittwoch zur BdB-Herbstprognose. "Das wäre mit Abstand der stärkste Anstieg seit der Wiedervereinigung." Das "Zwangssparen" durch Corona - als die Verbraucher während der Lockdowns nicht wie gewohnt shoppen konnten - scheine vorbei zu sein. Die Nachholeffekte dürften bis ins nächste Jahr hinein reichen.

Für das Bruttoinlandsprodukt prognostizieren die Chefvolkswirte im kommenden Jahr ein Wachstum von 4,6 Prozent. Für dieses Jahr erwarten sie ein Plus von 3,3 Prozent. "Sehr erfreulich ist, dass die deutsche Wirtschaft damit bis Ende des Jahres ihr Vorkrisenniveau wieder erreichen dürfte", sagte Ossig.

Prognose der BdB-Chefvolkswirte | Foto: BdB
Prognose der BdB-Chefvolkswirte | Foto: BdB
Für das laufende Jahr sagen die Chefvolkswirte eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,8 Prozent voraus. Sie soll 2022 dann auf 2,0 Prozent fallen. Die aktuell starke Teuerung sei auf temporäre Sondereffekte zurückzuführen: etwa ein extrem niedriges Ausgangsniveau bei den Rohstoffpreisen, Pandemie- und Lockdown-bedingte Nachholeffekte oder auch die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung im vergangenen Jahr.

Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte ihre Leitzinsen nach Prognose des BdB bis mindestens 2023 niedrig halten. Für die Banken bedeute dies, dass sie weiter hohe Negativzinsbelastungen tragen müssen. Die Überschussliquidität, auf die sie Zinsen an die EZB zahlen, sei in den vergangenen anderthalb Jahren erheblich gestiegen. Rechne man die Belastungen aus dem August hoch, müssten allein die deutschen Banken fast fünf Milliarden Zinsen pro Jahr an die EZB zahlen. 

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