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Eiscreme und freies Mittagessen sollen Londoner Banker wieder ins Büro locken

Mit kostenlosem Mittagessen und Eiscreme locken die Finanzhäuser in London ihre Banker in die Büros zurück. Und es scheint zu funktionieren: So geschäftig wie in den vergangenen Tagen ging es schon lange nicht mehr zu in der City.

Blick auf das Londoner Bankenviertel | Foto: picture alliance / NurPhoto | Nicolas Economou

Im Finanzdistrikt Canary Wharf wuseln Menschen aus der U-Bahn in die Hochhäuser, Scharen von Büroangestellten drängen sich auf öffentlichen Plätzen und genießen die Septembersonne.

Es fühlt sich an, als ob sich die Lage nach den Sommerferien normalisiert.

Ian Williams von der Investmentbank Peel Hunt

"Es fühlt sich an, als ob sich die Lage nach den Sommerferien normalisiert", sagt Ian Williams von der Investmentbank Peel Hunt. Er arbeitet zum ersten Mal seit Ausbruch der Pandemie Anfang 2020 wieder vom Büro aus. Die britische Regierung hatte im Juli in England nahezu alle Corona-Beschränkungen aufgehoben.

Verkehrsreichster Tag seit Ausbruch der Corona-Krise

Londons Verkehrsverbund gab diese Woche bekannt, dass es seinen verkehrsreichsten Tag seit dem Ausbruch der Pandemie im März 2020 verzeichnete. Der Betreiber des Finanzdistrikts Canary Wharf teilte mit, derzeit sei so viel los wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Die Zahlen sprechen für sich: Bei der Bank Standard Chartered waren in dieser Woche rund 33 Prozent der Angestellten im Büro nach 20 Prozent in der Woche davor und ein paar wenigen während der Lockdowns. Dass der Vorstand den Bankern Essen ausgab, mag dabei geholfen haben.

Goldman Sachs holt den Eismann ins Büro

Bei Goldman Sachs konnten sich die rund 3000 Investmentbanker in den Büros am Plumtree Court immerhin ein paar kostenlose Kugeln Eis gönnen. Damit kam die US-Bank auf eine Auslastung von 50 Prozent - viel mehr als zu den Hochzeiten der Pandemie und den Lockdowns, als an manchen Tagen gerade einmal ein paar Hundert Banker den Weg in die Innenstadt fanden. Bei Europas größter Bank HSBC arbeiteten am Hauptsitz in Canary Wharf rund 1800 Mitarbeiter statt der 1000 bis 1500 Banker in den vergangenen Monaten.

Drei Viertel der Deutsch-Banker arbeitet noch im Homeoffice

Hierzulande ist die Zurückhaltung noch größer als in Großbritannien, auch weil viele Beschränkungen im Alltagsleben noch in Kraft sind. Obwohl die Homeoffice-Regelung seit dem 1. Juli nicht mehr gilt, arbeiten viele Menschen noch von zu Hause aus. Bei der Deutschen Bank sind es in Deutschland rund 75 Prozent, global zwischen 65 und 70 Prozent der weltweit 85.000 Mitarbeiter. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat mehrfach betont, nach der Pandemie ein hybrides Arbeitsmodell anzustreben. Auch andere Institute stellen sich auf die neuen Bedingungen ein. Die Bethmann Bank baut etwa einem Bloomberg-Bericht zufolge ein eigenes Fernsehstudio, damit Mitarbeiter und Kunden nach der Pandemie verstärkt zu Hause bleiben können.

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