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Bankgehälter werden von ESG-Kriterien abhängig

Laut einer Umfrage von Bloomberg koppeln große europäische Banken die Mitarbeitervergütungen an Erfolge bei Nachhaltigkeitskennzahlen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Windräder (Symbolbild) | Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres

Die europäischen Banken bereiten sich darauf vor, ihre Mitarbeitervergütung an die Erfolge bei Nachhaltigkeitskennzahlen zu koppeln, heißt es in einem von der Börsen-Zeitung veröffentlichten Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Hierzu werden Kriterien entwickelt, ob die Banker zu einer saubereren Umwelt, einer besseren Gesellschaft und guter Unternehmensführung (Environment, Social und Corporate Governance, kurz ESG) beitragen.

Laut der Umfrage von Bloomberg gaben die meisten der 20 befragten großen europäischen Banken an, dass sie entweder ein Modell vorbereiten, das Mitarbeitervergütung an die Erfolge eines Unternehmens bei Nachhaltigkeitskennzahlen koppelt, oder bereits ein solches haben. Die europäische Regulierungsbehörde will bis Ende dieses Jahres ESG-Risiken explizit in die Vergütungsrichtlinien für Banken aufnehmen.

Transformation der Vergütungskriterien

Nicole Fischer, die bei Willis Towers Watson deutsche Finanzinstitute berät, sagte laut dem Bericht, die Branche befinde sich in einer Transformation, an deren Ende ESG-Kriterien fest in der Vergütung verankert sein würden.

Die Motivation der Banken, ESG-Kennzahlen in die Vergütungssysteme einzubeziehen, könnte nicht allein aus den regulatorischen Vorschriften bestehen. "Unternehmen, die ESG in der Vergütung berücksichtigen, können besser vorausschauen und Risiken frühzeitig erkennen", wird Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei Deka Investment, zitiert.

Noch keine gemeinsamen Standards

Die Gehälter der Banker könnten damit laut Bloomberg in Zukunft zum Teil von einer Variable abhängen, die schwerer zu quantifizieren ist als der Gewinn. Noch gebe es keine detaillierten gemeinsamen Standards. Dennoch lassen einige der weltweit größten Banken ESG-Ziele bereits in ihre Vergütungsrichtlinien einfließen.

Bloomberg zählt folgende Beispiele auf: Bei der britischen Großbank HSBC Holdings müssen Executive Directors den Ausstoß der Bank von Kohlendioxid senken und ihren Kunden dabei helfen, dasselbe zu tun. Andernfalls riskieren sie 25  Prozent der Bewertung, die ihre variablen Gehaltsbestandteile bis 2023 mitbestimmt. Die italienische HVB-Mutter Unicredit gab an, dass zehn  Prozent ihrer Gehaltsskala für das Top- und Senior-Management von den ESG-Ratings der Bank und der Zufriedenheit der Kunden und Mitarbeiter abhängen.

Für die Mitarbeiter einiger Banken habe es laut dem Bericht Vorteile, dass ihre Bezahlung nicht nur vom Gewinn abhänge. Die französische La Banque Postale hatte die Boni sowohl an Nachhaltigkeit als auch an Konzerngewinne geknüpft, aber die meisten Geschäftsziele aufgrund der Covid-Krise verfehlt. Der einzige Grund, warum die Belegschaft dennoch einen Bonus erhielt, war die Tatsache, dass sich die Bank in den externen ESG-Ranking unter den Top 25  Prozent hielt.

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