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EZB könnte Corona-Wertpapierkäufe bis März 2022 einstellen

Gleichwohl sei keine abrupte Straffung der Geldpolitik der EZB zu erwarten, sagt der Chef der französischen Notenbank, Francois Villeroy de Galhau, in einem Interview.

Francois Villeroy de Galhau | Foto: picture alliance / abaca | Lafargue Raphael

Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte ihr Corona-Wertpapierkaufprogramm ("PEPP") nach Ansicht des französischen Notenbankchefs Francois Villeroy de Galhau innerhalb etwa eines Jahres einstellen. "Wir könnten PEPP möglicherweise bis März 2022 beenden", sagte Frankreichs Notenbankpräsident am Mittwoch dem Fernsehsender Bloomberg TV.

Bisher heißt es seitens der EZB, dass das 1,85 Billionen Euro schwere Corona-Kaufprogramm mindestens bis März 2022 läuft. Erworben werden vor allem Staatsanleihen von Euroländern, um die allgemeinen Finanzierungskonditionen in der Krise niedrig zu halten.

Keine abrupte Straffung

Ein Ende der PEPP-Käufe würde jedoch keine abrupte Straffung der EZB-Geldpolitik bedeuten, relativierte der Franzose. Zum einen würden Reinvestitionen fälliger Wertpapiere fortgesetzt. Darüber hinaus könnten Wertpapierkäufe im Rahmen anderer EZB-Programme getätigt werden.

Ferner verwies Villeroy de Galhau auf weitere geldpolitische Instrumente wie negative Leitzinsen, günstige Langfristkredite für die Banken (TLTROs) oder das Versprechen niedriger Zinsen für längere Zeit (Forward Guidance).

Neben PEPP kauft die EZB seit längerem Staats- und Unternehmensanleihen sowie andere Vermögenswerte im Rahmen ihres allgemeinen Kaufprogramms APP. Über PEPP wurden bisher Papiere im Wert von knapp einer Billion Euro erworben. Die APP-Käufe belaufen sich auf fast drei Billionen Euro.

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