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National-Bank kommt gut durch die Krise, erwartet aber Auswirkungen bis 2023

Der Vorstandsvorsitzende des Instituts aus Essen, Thomas Lange, gibt erste Einblicke in die Geschäftszahlen 2020 und zeigt sich zufrieden mit der Entscheidung, eine Dividende nachträglich auszuschütten.

Filiale der Nationalbank in Duisburg | Foto: picture alliance/dpa/Revierfoto | Revierfoto

Thomas Lange, Vorstandsvorsitzender der National-Bank aus Essen, beobachtet bei seinem Institut keine schwerwiegenden Folgen durch die Corona-Krise.

"Die Erträge vermochten zuzulegen, die Kosten sind stabil und die Entwicklung der Risiken bislang unauffällig", sagte Lange der Börsen-Zeitung. Die Eigenkapitalrentabilität liege bei 11,2 Prozent.

Die Erträge vermochten zuzulegen, die Kosten sind stabil und die Entwicklung der Risiken bislang unauffällig.

Thomas Lange, Vorstandsvorsitzender der National-Bank aus Essen

Entsprechend plant man, bei der außerordentlichen Hauptversammlung am 18. Dezember eine Dividendenausschüttung von 80 Cent vorzuschlagen.

Mittelstand hält sich mit Investitionen zurück

Auch vor dem Hintergrund der Entwicklungen im Firmenkundengeschäft sei das gerechtfertigt, so Lange: "Per Ende September haben wir ein positives Risikoergebnis im Kreditgeschäft." Der Kreditbestand sei zum dritten Quartal um knapp sechs Prozent gewachsen.

Per Ende September haben wir ein positives Risikoergebnis im Kreditgeschäft.

Thomas Lange, Vorstandsvorsitzender der National-Bank aus Essen

Lediglich bei den Investitionen des Mittelstands sieht er noch Nachholbedarf, denn "die Investitionsneigung der Unternehmen ist nach wie vor erheblich eingeschränkt", so Lange in dem Interview. Der 57-Jährige arbeitet für das Institut seit 2011 als Vorstandsvorsitzender, war seit 2007 Sprecher des Gremiums und zuvor von 1992 bis 2006 bei der Deutschen Bank.

Zufrieden mit Lockdown- und ESG-Strategie

Und auch mit der Strategie während des Lockdowns im Frühjahr ist Lange zufrieden. Anders als viele andere Banken ließ man in Essen alle Geschäftsstellen durchgehend geöffnet, denn man gehöre zur "kritischen Infrastruktur in NRW." Außerdem gebe es bei der National-Bank kaum Großraumbüros, erzählt Lange weiter.

Der gelernte Jurist hält weitergehend nichts davon, Nachhaltigkeitsanreize mittels begünstigender Kapitalanforderungen zu setzen. Stattdessen erachtet Lange das Engagement in Form der Klima-Selbstverpflichtung des deutschen Finanzsektors und bei der Credarate Solutions als sinnvoll an.

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