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Chef der Förde Sparkasse sieht in "Sparkassen-AG" kein Problem

Götz Bormann will sein Institut mit der Sparkasse Mittelholstein fusionieren und weist Kritik wegen einer möglichen schleichenden Privatisierung zurück.

Götz Bormann | Foto: Förde Sparkasse

Der Chef der Kieler Förde Sparkasse, Götz Bormann, hält an den Fusionsplänen mit der benachbarten Sparkasse Mittelholstein aus Rendsburg fest. Kritik an dem Zusammenschluss, äußerten zum Beispiel der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) im Gespräch mit FinanzBusiness sowie der Deutsche Landkreistag und die Gewerkschaft Verdi. Auch die betroffenen Sparkassen hatten sich bereits auf Anfrage von FinanzBusiness geäußert.

Auch der DSGV kritisiert die Privatisierungspläne der Förde Sparkasse

Fusion der Sparkasse Mittelholstein und Förde trifft auf Widerstand 

Die Kritik weist Bormann im Interview mit der Börsen-Zeitung nun nochmal persönlich zurück. Die Fusion sei sinnvoll, da seine Sparkasse das Geschäftsgebiet der anderen fast vollständig umschließe: "Ein Zusammenschluss würde diese besondere Konstellation sinnvoll auflösen."

Sparkassen mit unterschiedlichen Rechtsformen

Das Besondere: Die Sparkasse Mittelholstein ist eine AG, während die Förde Sparkasse - wie die weitaus meisten - öffentlich-rechtlich organisiert ist. Deshalb gibt es Kritik, die Fusion könnte einer Privatisierung von Sparkassen Vorschub leisten.

Bormann wies dies in der Börsen-Zeitung nun als überzogen zurück. Schließlich nutzten die Kommunen schon seit Langem Rechtsformen wie GmbH oder AG zur Erfüllung ihrer Aufgaben. "Es handelt sich insofern im Fall unserer Gespräche über eine fusionierte Sparkasse mit der Rechtsform der AG", was kein außergewöhnlicher Vorgang sei, sagte Bormann.

Am Ende steht eine AG

Zum Ablauf der Fusion erklärte der Sparkassenchef: "Rechtlich würde die Förde Sparkasse als Sacheinlage in die Sparkasse Mittelholstein als aufnehmendes Institut eingebracht. Durch Ausgabe neuer Aktien würden die bisherigen Träger der Förde Sparkasse zu Aktionären."

Rechtlich würde die Förde Sparkasse als Sacheinlage in die Sparkasse Mittelholstein als aufnehmendes Institut eingebracht. Durch Ausgabe neuer Aktien würden die bisherigen Träger der Förde Sparkasse zu Aktionären.

Götz Bormann, Vorstandsvorsitzender der Förde Sparkasse

Dreiviertel der Aktien sollten in kommunaler Hand liegen - Veränderungen im Aktionärskreis solle es nur bei einem einstimmigen Votum geben. Der Anteil der Haspa Holding an der Sparkasse Mittelholstein werde von derzeit knapp 51 Prozent auf rund 22 Prozent sinken. Damit hätte die Hamburger Sparkasse keine Sperrminorität, erklärte Bormann und ergänzte: "Es gibt keinen Grund, böse Dinge zu vermuten."

Die Förde Sparkasse ist annähernd drei Mal so groß wie die Sparkasse Mittelholstein. Sie kam 2019 auf eine Bilanzsumme von gut 7,8 Mrd. Euro und hatte 1200 Beschäftigte. Bei der Sparkasse Mittelholstein waren es zuletzt knapp 2,7 Mrd. Euro und 400 Beschäftigte.

In Deutschland gibt es nur fünf Sparkassen-AGs, alle im Norden: die Sparkasse Bremen, die Hamburger Sparkasse (Haspa), die Bordesholmer Sparkasse, die Sparkasse Mittelholstein und die Sparkasse zu Lübeck.

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