FinanzBusiness

Die Corona-Pandemie spiegelt sich in den Ergebnissen von US-Großbanken

JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo haben ihre Halbjahreszahlen vorgelegt. Die gebildeten Rückstellungen belasten die Ergebnisse.

Jamie Dimon, Präsident und CEO der US-Großbank JP Morgan Foto: picture alliance / AP Photo

Die US-Großbanken JP Morgan, Wells Fargo und Citigroup haben einen Strich unter das erste Halbjahr des laufenden Jahres gezogen. Alle drei verdienen aufgrund der Corona-Krise weniger.

JP Morgan halbiert Gewinn

JP Morgan erzielt trotz einer zweistelligen Milliardenbelastung für Kreditausfälle noch einen hohen Gewinn, der zudem besser als von Experten erwartet ausfiel.

Im zweiten Quartal brach der Gewinn der größten Bank der USA um rund die Hälfte auf knapp 4,7 Mrd. US-Dollar (rund 4,1 Mrd. Euro) ein, wie die Bank am Dienstag in New York mitteilte. Von Bloomberg befragte Experten hatten im Schnitt mit einem stärkeren Gewinneinbruch gerechnet.

Positiv überrascht haben auch die Erträge, die im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf fast 34 Mrd. Dollar anzogen. Hier profitierte die Bank unter anderem von einem lebhaften Geschäft an den Finanzmärkten und im Investmentbanking. Hauptbelastungsfaktor war die um etwas mehr als neun auf fast 10,5 Mrd. Dollar aufgestockte Risikovorsorge.

Citigroup verdient deutlich weniger

Auch das Ergebnis der Citigroup wird durch die milliardenschweren Puffer gegen Kreditausfälle belastet. Dank guter Geschäfte mit großen Konzernen und an den Finanzmärkten erzielte die Bank aber auch im zweiten Quartal trotz coronabedingter Kosten einen Milliardengewinn, der zudem höher als von Experten erwartet ausfiel.

Der Überschuss sackte im Vergleich zum Vorjahr um 73 Prozent auf 1,3 Mrd. US-Dollar (1,14 Mrd. Euro) ab, wie die Bank am Dienstag in New York mitteilte.

Größter Belastungsfaktor war die Risikovorsorge in Höhe von 7,9 Mrd. Dollar - die damit fast vier Mal so hoch war wie vor einem Jahr. Dadurch wurden die höheren Erträge im vergangenen Quartal mehr als aufgezehrt. Diese legten vor allem dank eines regen Geschäfts an den Finanzmärkten und mit großen Konzernen, deren Nachfrage in der Krise nach Anleihen und Krediten nach oben geschnellt ist, um fünf Prozent auf knapp 20 Mrd. Dollar zu.

Wells Fargo mit ersten Quartalsverlust seit 2008

Weniger positiv sieht es bei Wells Fargo aus. Unterm Strich büßte das Geldhaus laut Mitteilung vom Dienstag 2,4 Mrd. Dollar (2,1 Mrd. Euro) ein. Hohe Rückstellungen für Kreditausfälle drückten auch die Bilanz massiv ins Minus.

Zum Vergleich: Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte Wells Fargo noch 6,2 Mrd. Dollar verdient. Die Erträge brachen insgesamt um über 17 Prozent auf 17,8 Mrd. Dollar ein. Es wurde außerdem verkündet, die Dividende auf zehn Cent je Aktie zu senken.

Da sich Wells Fargo anders als die Citigroup und JP Morgan in den Investmentbanking- und Handelssparten traditionell zurückhält, konnte das Ergebnis nicht aufgewertet werden. Zudem ist das Geldhaus wegen Auflagen aufgrund von Affären um fingierte Konten und anderer dubioser Geschäftspraktiken ohnehin schon stark vorbelastet.

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