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Wirecard verliert Drittpartner

Der Geschäftspartner aus Dubai beendet die Zusammenarbeit mit dem Zahlungsdienstleister. Mit diesem Schritt reagiere man auf das öffentliche Hinterfragen der Integrität durch die bei Wirecard durchgeführte KPMG-Prüfung.

Logo von Wirecard | Foto: picture alliance / Sven Simon

Der Zahlungsdienstleister Wirecard hat weiter Ärger mit dem umstrittenen Drittpartnergeschäft. Der Geschäftspartner Al Alam aus Dubai habe den Konzern informiert, wegen eines entstandenen Reputationsschadens die Gesellschaft Al Alam Solutions FZ LLC zu schließen und sein Geschäft auf andere Konzerngesellschaften unter seiner Dachorganisation zu übertragen. Das teilte eine Sprecherin des Dax-Konzerns am Freitag nach Börsenschluss mit.

Damit reagiere das Unternehmen nach eigener Angabe auf die öffentliche Hinterfragung seiner Integrität. Wirecard entstehe durch diese Übertragung auf eine andere Gesellschaft jedoch keine Beeinträchtigung der Abwicklungsfähigkeit oder bei den Transaktionsvolumina.

Geschäfte mit Drittpartnern in der Kritik

Wirecard wickelt in Ländern, in denen der Konzern keine eigenen Lizenzen dazu besitzt, anfallendes Transaktionsvolumen über sogenannte Drittpartner ab - einer davon war Al Alam Solutions aus Dubai.

An den Geschäften mit solchen Drittpartnern, die einen nicht unwesentlichen Teil der abgewickelten Transaktionen bei Wirecard ausmachen, war vor allem in einer Artikelserie der "Financial Times" laut Kritik geübt worden.

Eine mehrmonatige Sonderprüfung der Bilanzen von 2016 bis 2018 durch die Wirtschaftsprüfer von KPMG hatte die von Wirecard gebuchten Umsätze über solche Drittpartner hinsichtlich ihrer Höhe und Existenz weder bestätigen können, noch konnten Wirecard Fehler in der Buchführung nachgewiesen werden.

Wirecard gelobt Besserung

Das Unternehmen hatte bereits angekündigt, die Praxis bei der Abwicklung zu ändern und vermehrt auch in solchen Ländern Lizenzen zu beantragen, in denen das Unternehmen noch keine besitzt.

Zudem wollte Wirecard-Vorstandschef Markus Braun die Transparenz solcher Drittpartnergeschäfte verbessern, indem sie über eine eigene Datenplattform laufen sollen, damit Prüfer ihre Stichhaltigkeit.

Auch Markus Braun selbst war in die Kritik gekommen. Als Folge baut der Konzern aktuell den Vorstand um.

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