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US-Notenbank dürfte zunächst Krisenbilanz ziehen

Ökonomen erwarten keine Ausweitung des bislang einzigartigen Maßnahmenpakets

US-Notenbank-Chef Jerome Powell | Foto: picture alliance / newscom

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) dürfte ihren beispiellosen Kriseneinsatz zunächst nicht ausweiten. Dies erwarten viele Zentralbankbeobachter für die an diesem Dienstag und Mittwoch stattfindende reguläre Fed-Sitzung.

An diesem Mittwochabend (29. April) wird der geldpolitische Ausschuss FOMC die Resultate der Beratung bekanntgeben. Es werden allenfalls Änderungen an einzelnen Krisenprogrammen erwartet.

Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie in den USA hat die Fed Maßnahmen ergriffen, die über alle bisher bekannten Kriseneinsätze hinausgehen. Ersichtlich wird dies vor allem an der Bilanzsumme der Zentralbank, die als Folge der massiven Zufuhr von Zentralbankgeld förmlich explodiert ist.

Vielseitige Maßnahmen gegen die Krise

Seit Anfang März, als die Krise die USA übermannte, ist die Fed-Bilanz in ungekanntem Tempo gestiegen. Seither hat sie sich um mehr als 2 Billionen auf aktuell 6,5 Billionen US-Dollar ausgeweitet.

"Dies stellt das Tempo, das nach der Lehman-Pleite von 2008 erreicht wurde, bei weitem in den Schatten", sagt Commerzbank-Experte Bernd Weidensteiner.

Die Maßnahmen, mit denen die US-Konjunktur gestützt wird, sind vielseitig: Dazu gehören Leitzinsen nahe der Nulllinie, massive Käufe von US-Staatsanleihen, Geldspritzen für die Banken sowie Kreditprogramme, die mittelbar US-Unternehmen und Verbrauchern zugute kommen sollen.

Keine weiteren Maßnahmen erwartet

Darüber hinaus hat die Fed dafür gesorgt, dass der Welt ihre Reservewährung Dollar nicht ausgeht. Über Vereinbarungen mit zahlreichen andere Notenbanken, darunter der Europäischen Zentralbank (EZB), können Banken auf die benötigten Dollarbeträge zurückgreifen. Dieser Zugriff ist essentiell, damit Handel und Finanzgeschäfte trotz der zahlreichen Corona-Einschränkungen weiter funktionieren können.

Commerzbank-Experte Bernd Weidensteiner

Dies stellt das Tempo, das nach der Lehman-Pleite von 2008 erreicht wurde, bei weitem in den Schatten

Angesichts dieser Schwemme von Krisenmaßnahmen erwarten die US-Ökonomen der Deutschen Bank zunächst keine größeren Schritte. Die Sitzung, an die sich wie stets eine Pressekonferenz von Fed-Chef Jerome Powell anschließt, dürfte in erster Linie einer Zusammenfassung der bisherigen Maßnahmen dienen.

Alle Optionen offen halten

Darüber hinaus wird die Einschätzung der Notenbank zur konjunkturellen Lage und Zukunft von Belang sein. Grundsätzlich dürfte der Fed daran gelegen sein, keine zusätzliche Nervosität in den ohnehin sehr schwankungsanfälligen Finanzmärkten zu erzeugen. Deshalb wird sie sich vermutlich alle Optionen offen halten.

Die konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise gelten als drastisch: Der kurzfristige Wirtschaftseinbruch wird von vielen Ökonomen im zweistelligen Prozentbereich gesehen. Allein seit Mitte März sind etwa 26 Millionen Amerikaner arbeitslos geworden. Nicht nur die Fed, auch die Regierung hat mittlerweile Finanzhilfen in Billionenhöhe bewilligt

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