Bilanzen der zehn größten europäischen Banken wachsen um 80 Prozent

Das hat eine Auswertung des Beratungsunternehmens EY ergeben. Damit hat sich der Abstand zu den US-Banken im ersten Halbjahr 2023 deutlich verkleinert. Einen maßgeblichen Anteil daran hatte die UBS.
Londoner Bankenskyline. | Foto: picture alliance / empics | Yui Mok
Londoner Bankenskyline. | Foto: picture alliance / empics | Yui Mok

Die kumulierten Nettogewinne der zehn nach Bilanzsumme größten europäischen Banken haben im ersten Halbjahr 2023 mit 75 Mrd. Euro ein deutliches Plus von 80 Prozent eingefahren – und liegen damit fast gleichauf mit den kumulierten Nettogewinnen der nach Bilanzsumme zehn größten US-Pendants. Das teilte das Beratungsunternehmen Ernst&Young (EY) mit.

Gewinnsprung der UBS maßgeblich

Vor allem der Gewinnsprung bei der Schweizer Bank UBS nach deren Übernahme der Credit Suisse hatte sich dabei bemerkbar gemacht – mit einem Konzernergebnis von 27,4 Mrd. Euro per Ende Juni. Die zehn größten US-Kreditinstitute wuchsen um sieben Prozent auf rund 82 Mrd. Euro. 

Bei der Profitabilität ist erstmals seit zehn Jahren eine Veränderung zu beobachten: Der Return on Equity (RoE) der europäischen Banken lag per 30.Juni bei 15,5 Prozent, ein Plus von 5,9 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt – was allerdings in erster Linie auf das stark verbesserte Ergebnis der UBS aufgrund der Übernahme und erstmaligen Konsolidierung der Credit Suisse zurückzuführen ist. Ohne CS-Berücksichtigung liegt der UBS-Nettogewinn im ersten Halbjahr bei knapp zwei Mrd. Euro. 

Niedriger RoE-Wert bei den US-Banken

Damit erreichte diese Zahl den mit Abstand höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Die amerikanischen Banken wiesen zum 30. Juni einen RoE von 12,6 Prozent auf – und damit erstmals in den vergangenen zehn Jahren einen niedrigeren Wert als die europäischen Top 10. 

”Die europäischen Großbanken haben in den vergangenen Monaten von den Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank und der damit einhergehenden Ausweitung der Zinsmarge deutlich profitiert, ihre US-Pendants gleichermaßen“, sagte Ralf Eckert, Managing Partner Financial Services Deutschland bei EY in einer Mitteilung. 

„Diese Zinsentwicklung hat die negativen Effekte aus Ukraine-Krieg, Inflation und stagnierendem Wirtschaftswachstum in Europa überkompensiert.“ 

Die Ertragsentwicklung der US-Banken sei indes von mehreren Faktoren beeinflusst worden. ”Zwar wirkten sich die gestiegenen Zinsen auch dort positiv aus, aber gleichzeitig bremsten andere Faktoren die Entwicklung deutlich“, erklärte Robert Melnyk, Partner und Leiter Banking & Capital Markets bei EY. 

Die Pleite der Silicon Valley Bank, die Turbulenzen im Technologiesektor und das weiterhin schwache Geschäft mit Börsengängen und M&A hätten die US-Banken eindeutig stärker betroffen. Dies zeige der Vergleich der Eigenkapitalrendite.

Hierzulande ist nur die Deutsche Bank dabei

Aus Deutschland ist nur die Deutsche Bank Teil der Beobachtung durch EY - auf Platz acht von zehn.

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