Weltbank-Chef warnt vor neuer Finanzkrise und fordert Schuldenerlass

David Malpass kritisierte mangelnde Hilfsbereitschaft privater Finanzinvestoren und chinesischer Kreditgeber.
Weltbank-Chef David Malpass | Foto: picture alliance / AP Photo
Weltbank-Chef David Malpass | Foto: picture alliance / AP Photo
DPA

Vor einer neuen Schulden- und Finanzkrise hat der Weltbank-Chef David Malpass gewarnt. Viele Schwellen- und Entwicklungsländer stünden finanziell am Abgrund und seien mit dem Schuldendienst überfordert, sagte Malpass dem Handelsblatt kurz vor Beginn der Herbsttagung seiner Organisation. Das Treffen findet dieses Mal online statt und beginnt in der kommenden Woche.

"Es ist offensichtlich, dass einige Länder nicht in der Lage sind, ihre aufgenommenen Schulden zurückzuzahlen", sagte Malpass weiter. Er forderte daher einen Schuldenerlass für die Länder, die nicht mehr in der Lage sind, ihren Verpflichtungen nachzukommen.

Kritik an privaten Investoren und chinesischen Kreditgeber

Der Amerikaner kritisierte die mangelnde Hilfsbereitschaft privater Finanzinvestoren und chinesischer Kreditgeber. "Diese Investoren tun nicht genug, und ich bin enttäuscht davon. Außerdem haben sich einige der großen Kreditgeber aus China nicht ausreichend beteiligt", sagte Malpass.

Der Weltbank-Präsident warnte zudem vor der weltweit steigenden Ungleichheit. Die Pandemie habe jahrzehntelange Fortschritte bei der Armutsbekämpfung zunichte gemacht und könnte bis 2021 mehr als 150 Mio. Menschen erneut unter die extreme Armutsgrenze drücken. Die Weltbank selbst will bis zu zwölf Mrd. US-Dollar (10,23 Mrd. Euro) bereitstellen, damit Impfstoffe gegen das Coronavirus auch in den ärmeren Ländern verfügbar sind.

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