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Im Internet beantragte Konsumentenkredite nehmen 2019 um rund ein Fünftel zu

Die Forderungen nach einem volldigitalen Kreditvertrag mehren sich in Zeiten der Corona-Krise.

Neuwagen in einem Auslieferungslager | Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress

Autos, Möbel, Computer - Konsum auf Pump ist in Zeiten niedriger Kreditzinsen gefragt. Die auf Kreditgeschäft spezialisierten Banken in Deutschland vergaben im vergangenen Jahr allein an Privatleute neue Kredite im Gesamtwert von 55,3 Mrd. Euro, wie der Bankenfachverband e.V. am Mittwoch mitteilte. Das waren 5,9 Prozent mehr als 2018.

Die größten Zuwachsraten verzeichneten die Kreditbanken den Angaben zufolge bei Internetkrediten für Verbraucher mit einem überdurchschnittlichen Plus von 21,6 Prozent. Jeder fünfte Ratenkredit (21,9 Prozent) der Institute komme zumindest teilweise über das Internet zustande.

Forderung nach digitalem Kreditvertrag

Spitzenreiter der Kreditgegenstände war das Automobil. Erstmals waren im vergangenen Jahr auch Leasing-Kredite möglich.

Angesichts der Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie bekräftigte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Frederik Linthout, die seit Jahren vorgetragene Forderung nach einem digitalen Kreditvertrag:

Volldigitale Prozesse sind nicht nur zeitgemäß, sondern in der Kreditvergabe sowohl an Unternehmen als auch an Verbraucher zwingend erforderlich, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

Frederik Linthout, Vorstandsvorsitzender Bankenfachverband

"Volldigitale Prozesse sind nicht nur zeitgemäß, sondern in der Kreditvergabe sowohl an Unternehmen als auch an Verbraucher zwingend erforderlich, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln."

Denn komplett online abgeschlossen werden nur wenige Kredite: Lediglich drei Prozent ihrer Ratenkredite vergeben die Kreditbanken vollständig online per Fernidentifizierung und elektronischer Signatur.

Verbraucher in Deutschland bei Krediten eher zurückhaltend

Im internationalen Vergleich ist die Höhe von Konsumkrediten im Vergleich zum verfügbaren Einkommen in Deutschland relativ gering. Im Jahr 2018 lag die Quote hier bei 9,3 Prozent. Zum Vergleich: In den USA hielten die Haushalte 2018 Kredite in Höhe von 25,2 Prozent des verfügbaren Einkommens, in Großbritannien waren es 15,2 Prozent, in Spanien 12,1 und in Frankreich 11,6 Prozent.

In Deutschland ist diese Quote zudem rückläufig, während sie in den USA steigt. In Großbritannien, Spanien und Frankreich gibt es keinen klaren Trend. Das abnehmende Verhältnis für Deutschland begründete Verbandssprecher Stephan Moll mit gestiegenen Einkommen.

Foto: Bankenfachverband e.V.
Foto: Bankenfachverband e.V.

Geschäftsfeld der Unternehmenskredite nimmt zu

Investitionsfinanzierungen für Unternehmen und Selbstständige nahmen derweil ebenfalls weiter zu. Die Kreditvergabe an gewerbliche Kunden stieg um 7,9 Prozent auf 12,5 Mrd. Euro.

Insgesamt vergaben die 51 Verbandsmitglieder im Jahr 2019 neue Kredite im Volumen von 127,4 Mrd. Euro und damit 3,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Zum Jahresende hatten die Institute 171,3 Mrd. Euro an Verbraucher und Unternehmen verliehen.

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