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Banken: Werden nicht kaufmännische Sorgfalt über Bord werfen bei Kreditanträgen wegen Corona-Krise

BVR-Präsidentin reagiert auf Scholz: "Dies wäre kontraproduktiv und nützt weder Unternehmen noch den Bürgern."

BVR-Präsidentin Kolak | Foto: BVR

MÜNCHEN - Die Deutsche Kreditwirtschaft wehrt sich gegen Forderungen nach einer laxeren Prüfung von Kreditanträgen in der aktuellen Krise. Banken und Sparkassen könnten "nicht von der Aufsicht vorgegebene Anforderungen oder ihre kaufmännische Sorgfalt über Bord werfen", betonte die Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Marija Kolak, in ihrer Rolle als diesjähriger Federführer der Deutschen Kreditwirtschaft am Dienstag. "Dies wäre kontraproduktiv und nützt weder Unternehmen noch den Bürgern. Es würde auch nicht zur Finanzmarktstabilität beitragen."

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte die Hausbanken zuvor aufgefordert, in der Corona-Krise keine zu hohen Anforderungen an Kredite für kleine Unternehmen zu stellen. Jeder Bankmitarbeiter solle wissen, "dass das jetzt eine große, gemeinsame, nationale Anstrengung ist, die notwendig ist, wo jeder gewissermaßen ein bisschen Fünfe gerade sein lassen muss", sagte der Vizekanzler am Dienstag in München. Die Förderbank KfW werde dafür sorgen, dass Geschäftsbanken, Sparkassen und andere ihren traditionellen Kunden weiter Geld zur Verfügung stellen könnten.

"Banken und Sparkassen in Deutschland leisten derzeit einen historisch unvergleichlichen Kraftakt, um den Unternehmen bei der Kreditvergabe zu helfen", versicherte Kolak. "Die Bundesregierung ist gefordert, Unternehmen auch über weitere Maßnahmen als die Vergabe von Krediten, die sie später wieder zurückzahlen müssen, zu unterstützen. Die Wirtschaft braucht noch mehr Rückendeckung und umfassendere steuerliche Erleichterungen."

 

 

 

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