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Bayerischer Sparkassenpräsident hält Zentralinstitut für eine langfristige Aufgabe

Für Ulrich Reuter, Präsident des Sparkassenverbands Bayern, bleibt die Konsolidierung im Sparkassen-Sektor ein Dauerthema - das sich nicht schnell klären lässt. Dass die BayernLB die DKB verkauft, sieht er vorläufig nicht.

Ulrich Reuter, Präsident des Sparkassenverbands Bayern | Foto: Sparkassenverband Bayern

Digitalisierung, Niedrigzinsen und Fusionen, die Gerüchte um einen DKB-Verkauf, die Pläne für ein Zentralinstitut der Sparkassen – und der Druck der Aufsicht: Ulrich Reuter spart im Interview mit der "Börsen-Zeitung" kein Thema aus.

Seit gut einem Jahr steht er jetzt an der Spitze des Sparkassenverbands Bayern und betont, dass ihm im Sparkassenlager vieles zu langsam geht. Etwa in Sachen Konsolidierung: Man dürfe "in den Konzentrationsprozessen in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht lockerlassen", sagt Reuter.

"Alle Sparkassen wollen, dass sich die Zahl der Verbundunternehmen und Dienstleister stärker konzentriert und damit die Leistungsfähigkeit möglichst gesteigert wird." Dabei sei jedoch auch klar: "Fusionen erleichtern es zwar, Kosteneffizienzen zu heben und Komplexität abzubauen, aber sie sind kein Allheilmittel."

Zentralinstitut nicht abgeschrieben

Das viel diskutierte, aber nie realisierte Zentralinstitut hat Reuter deshalb aber noch lange nicht abgeschrieben. Mittelfristig, auf die nächsten zwei bis drei Jahre, werde es zwar kaum eine Lösung geben, später aber durchaus. "Der Gedanke, dass aus einem Urknall ein Zentralinstitut entsteht, führt sowieso in die Irre", so Reuter. "Es ist ein mühsamer Weg, der zu beschreiten ist. Der Präsident des Deutsche Sparkassen- und Giroverbands, Helmut Schleweis, sagt zu Recht, dass es die Eigner, die Miteigentümer leisten müssen."

Zur Rolle der BayernLB erklärt er: "Ich sehe nicht, dass der Freistaat Bayern seinen 75-Prozent-Anteil eintauscht in einem Anteil von x  Prozent an einem Zentralinstitut der Sparkassen-Finanzgruppe. Also müssen wir andere Wege finden."

Wenn es im Großen nicht geht, muss es also im Kleinen vorangehen.

Ulrich Reuter, Präsident des Sparkassenverbands Bayern

Diese anderen Wege, ohne direkte Anbindung der BayernLB - Reuter meint damit zunächst vor allem Kooperationen. "Wenn es im Großen nicht geht, muss es also im Kleinen vorangehen", erklärt er, das Jahr 2021 habe gezeigt, dass es möglich sei. "Die Landesbanken kooperieren im Rahmen des wettbewerbsrechtlich Möglichen. Sie haben außerdem Risiken abgebaut."

DKB-Verkauf kein drängendes Thema

Dass die DKB aus der BayernLB herausgelöst werden könnte, hält Reuter für unwahrscheinlich. Die DKB sei aus Sicht der Landesbank integraler Bestandteil des Konzerns, sagt er im Interview. "Die Beteiligung ist wichtig für die jetzige Phase. Ich glaube, das bleibt auch mittelfristig so." Die DKB liefere einen wesentlichen Teil der Stabilität.

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