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Diskussion um Sparkassen-Zentralinstitut nimmt wieder Fahrt auf

DSGV-Präsident Helmut Schleweis hatte die Idee schon aufgegeben. Sparkassen-Bundesobmann Walter Strohmaier bringt die Diskussion jedoch wieder in Fahrt. Das Spitzeninstitut soll Dienstleister für die öffentlich-rechtlichen Institute sein.

Walter Strohmaier, Sparkassen-Bundesobmann | Foto: Sparkasse Niederbayern-Mitte

Sparkassen-Bundesobmann Walter Strohmaier hat sich für eine weitere Konsolidierung unter den öffentlich-rechtlichen Instituten ausgesprochen. "Ich war, bin und werde ein Fan eines zentralen Spitzeninstituts für unsere Sparkassen bleiben", sagte er dem Handelsblatt.

Im Idealfall sind die Sparkassen alleiniger Eigentümer.

Walter Strohmaier, Sparkassen-Bundesobmann.

Das von ihm favorisierte Spitzeninstitut müsse vorrangig als Dienstleister für die Sparkassen agieren und dürfe im Endzustand nur Risiken in einer Größenordnung haben, die die Sparkassen sich auch leisten könnten, so Strohmaier. "Im Idealfall sind die Sparkassen alleiniger Eigentümer."

Sobald diese Voraussetzungen gegeben seien, hofft Strohmaier auf wenig Widersprüche in der gesamten Sparkassen-Organisation. "Die Herausforderung ist sicherlich der Weg dahin."

Diskussion um Sparkassen-Zentralinstitut gewinnt wieder an Fahrt 

Der 67-jährige Strohmaier ist seit 2020 Sparkassen-Bundesobmann. Der Chef der Sparkasse Niederbayern-Mitte vertritt damit die Interessen der Sparkassenvorstände innerhalb des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Sein Vorgänger in diesem Amt war der aktuelle DSGV-Präsident Helmut Schleweis.

Effizientere Aufstellung ist das Ziel

Der Niederbayer gilt seit langem als großer Befürworter eines Zentralinstituts. Das Hauptargument der Befürworter ist, dass sich der öffentlich-rechtliche Sektor angesichts des Wettbewerbsdrucks und der kritischen Begleitung durch die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank effizienter aufstellen müsse.

Dennoch sind die Widerstände innerhalb der Sparkassenorganisation bislang zu groß. Auch DSGV-Präsident Helmut Schleweis gab im Spätsommer seinen Einsatz für eine solche Organisation auf.

Ich verschwende keine Managementkapazitäten auf etwas, das notwendige Teile der Eigner ausdrücklich nicht wollen.

Walter Strohmaier, Sparkassen-Bundesobmann.

"Erfolgreiche Gespräche kann man nur führen, wenn es dafür den notwendigen Willen aller Eigner gibt, die zustimmen müssen", sagte Schleweis damals dem Handelsblatt. Da es diesen nicht gebe, sei es aktuell nicht sinnvoll, sich weiter mit einem Zusammenschluss zu beschäftigen. "Ich verschwende keine Managementkapazitäten auf etwas, das notwendige Teile der Eigner ausdrücklich nicht wollen."

DZ Bank als Vorbild

Recherchen des Handelsblatts zufolge soll das Zentralinstitut eine Bilanzsumme von rund 500 Mrd. Euro haben. Das würde in etwa eine Halbierung des Bilanzvolumens aller Landesbanken sowie deutlich weniger Risiko bedeuten. Als Vorbild dient das genossenschaftliche Spitzeninstitut DZ Bank.

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