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Entscheidung über Digitalen Euro dauert noch mehrere Jahre

Das kündigte EZB-Direktor Fabio Panetta an. Zuerst sei eine Analyse geplant, um zu prüfen, ob eine "formelle Untersuchungsphase" überhaupt Sinn macht. In etwa zwei Jahren würde diese dann eingeleitet werden - und dürfte wiederum "mehrere Jahre" dauern.

Fabio Panetta | Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Valerio Portelli

Der Entscheidungsprozess über die mögliche Einführung eines Digitalen Euro wird laut Europäischer Zentralbank (EZB) noch Jahre mehrere andauern. Die EZB werde ihre Arbeit an dem Vorhaben so zügig wie möglich vorantreiben, sagte EZB-Direktor Fabio Panetta am Mittwoch vor dem Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments.

Wir müssen uns jedoch auch die Zeit nehmen, es richtig zu machen.

EZB-Direktor Fabio Panetta

"Wir müssen uns jedoch auch die Zeit nehmen, es richtig zu machen", betonte er.

Der EZB-Direktor skizzierte grob den Entscheidungsweg der Notenbank: Zunächst werde der EZB-Rat in den kommenden Monaten entscheiden, ob eine formelle Untersuchungsphase zum Digitalen Euro überhaupt eingeleitet werde. In dieser Phase würde es laut Panetta unter anderem um mögliche Gestaltungsoptionen und Nutzeranforderungen gehen. "Wir rechnen damit, dass diese Analyse etwa zwei Jahre dauern wird."

Wir rechnen damit, dass diese Analyse etwa zwei Jahre dauern wird.

EZB-Direktor Fabio Panetta

Nach dieser Untersuchung würde der EZB-Rat eine Entscheidung über die Ausgestaltung des Digitalen Euro treffen und ob zur Umsetzung der Nutzeranforderungen übergegangen werden soll. "In dieser mehrjährigen Phase würden integrierte Dienste entwickelt und ein Digitaler Euro getestet und möglicherweise live erprobt", sagte Panetta. Erst am Ende dieses Prozesses würde der EZB-Rat entscheiden, ob ein Digitaler Euro eingeführt werden solle oder nicht.

Die Überlegungen der EZB zum digitalen Euro stellen eine Antwort auf den steilen Aufstieg privatwirtschaftlicher Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether dar.

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Im Gegensatz zu diesen würde ein Digital-Euro von der EZB herausgegeben und kontrolliert. Über die konkrete Form besteht jedoch noch keine Klarheit.

Kein Interesse an Datensammlung

Panetta hob hervor, dass die EZB - im Gegensatz zu privaten Dienstleistern - kein Interesse daran habe, Zahlungsdaten zu sammeln oder zu Geld zu machen. Daher erlaube es der Digital-Euro den Menschen, zu bezahlen, ohne zugleich Daten mit Dritten zu teilen. Dieser Vorteil der Privatsphäre müsse jedoch mit anderen generellen Erwägungen in Einklang gebracht werden, etwa der Vermeidung illegaler Aktivitäten.

Bargeld bleibt

Panetta bekräftigte, dass die Einführung eines Digitalen Euro nicht das Ende des Bargelds bedeuten würde. "In jedem Fall würde Bargeld neben einem Digitalen Euro verfügbar bleiben." Ein Digital-Euro würde das Bargeld ergänzen, nicht ersetzen, betonte Panetta. Der Italiener tritt damit Befürchtungen einiger Kritiker entgegen, wonach die Notenbank das Bargeld komplett abschaffen könnte, etwa um Zahlungsprozesse lückenlos verfolgen zu können oder das Umschiffen von Negativzinsen durch Bargeldhaltung zu verhindern.

Neue Umfrageergebnisse zum Projekt Digital-Euro zeigen, dass die Bürger im Euroraum besonders großen Wert auf den Schutz ihrer Privatsphäre legen. Der Bereich Privatsphäre und Datenschutz ist für 43 Prozent der rund 8200 Befragten am wichtigsten, wie die am Mittwoch veröffentliche Umfrage der EZB zeigt.

Beim Digitalen Euro ist allen die Privatsphäre am wichtigsten 

Es folgen der Bereich Sicherheit (18 Prozent), die Möglichkeit zur Zahlungsabwicklung im gesamten Währungsraum (11 Prozent), der Kostenfaktor (9 Prozent) und die Möglichkeit zur Offline-Nutzung unabhängig vom Internet (8 Prozent.)

Die Umfrage der EZB wurde von Mitte Oktober bis Mitte Januar durchgeführt. Sie ist Teil der Überlegungen, eine digitale Variante des Euro einzuführen. Fachleute sprechen auch von einer Art digitalen Bargelds.

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