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"Wolf im Schafspelz bleibt ein Wolf", sagt Olaf Scholz zu Facebook-Währung

Der Bundesfinanzminister äußerte sich nach einem Treffen der G7-Finanzminister erneut kritisch zur Kryptowährung Diem.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) | Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat die Ablehnung der jüngst umbenannten Facebook-Digitalwährung bekräftigt. "Ein Wolf im Schafspelz bleibt ein Wolf", sagte Scholz nach einem Online-Treffen der Finanzminister und Notenbankgouverneure der G7-Länder.

Bei dem Treffen nahmen neben den Finanzministern und Zentralbankpräsidenten aus Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, dem Vereinigten Königreich, der Europäischen Kommission und der Eurogruppe auch die Leiter des IWF, der Weltbank und des Financial Stability Board teil. Das US-Finanzministerium bekräftigte nach dem Treffen, ebenfalls die G7 sei sich einig, dass Digitalwährungen strikt reguliert werden müssten.

Klar ist deshalb für mich, Deutschland und Europa können und werden einen Markteintritt nicht akzeptieren, solange die Risiken nicht angemessen regulatorisch adressiert sind

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD)

"Klar ist deshalb für mich, Deutschland und Europa können und werden einen Markteintritt nicht akzeptieren, solange die Risiken nicht angemessen regulatorisch adressiert sind", betonte Scholz nach dem Treffen. Der Bundesfinanzminister hatte sich bereits mehrfach kritisch zu der einer von Facebook entwickelten Digitalwährung geäussert.

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Die von Facebook entwickelte Digitalwährung war jüngst von Libra in "Diem" ("Tag" auf Latein) umbenannt worden. Dies solle einen "neuen Tag für das Projekt" symbolisieren, teilte die Assoziation zur Verwaltung der Kryptowährung mit.

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Mit dem Namen änderte sich - erneut - das Konzept. Nachdem das von Facebook initiierte Projekt vor knapp zwölf Monaten Partner verloren hatte, war man noch unter dem Namen "Libra" auf ein stärker reguliertes Modell umgeschwungen, in dem verschiedene Leitwährungen abgebildet werden sollten. Nach der Namensänderung plant "Diem" nun, sich zunächst nur an den US-Dollar anzulehnen. Kritiker glauben, dass Europa deshalb nun bei der Entwicklung von Digitalgeld ins Hintertreffen geraten könnte.

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Hintergrund für die Änderungen war beide Male der massive Widerstand von Regierungen und Regulierern weltweit. Den Start will die Schweizer Gesellschaft, die die Entwicklung der Krypto-Währung vorantreibt derzeit nicht nennen. Beobachter gehen aber davon aus, das dieser für Anfang 2021 geplant ist. Die Diem Assoziation versicherte zuletzt, die Digitalwährung nur mit Zustimmung der Regulierungsbehörden starten zu wollen.

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