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EZB drängt Banken zu mehr Klimaschutz

Dass Banken Umweltfragen schleifen lassen, will die EZB will nicht länger hinnehmen. Im kommenden Jahr setzt sie das Thema prominent auf ihre Agenda - auch beim Stresstest.

Die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main Foto: picture alliance/augenklick

Die Europäische Zentralbank (EZB) fordert Banken zum Klimaschutz auf. In einem ESG-Leitfaden, den sie heute in einer finalen Version veröffentlichte, steckt sie dafür die Rahmenbedingungen ab. Nach Mitteilung der Notenbank gilt der Leitfaden per sofort.

EZB stellt ESG-Leitfaden zur Diskussion

Klimarisiken rücken beim Stresstest 2022 in den Fokus

"Die Bedeutung des Klimawandels für die Wirtschaft nimmt stetig zu, und es spricht immer mehr dafür, dass er finanzielle Folgen für Banken hat", argumentiert die EZB – und warnt zugleich davor, das Thema nicht ernst zu nehmen.

Vor diesem Hintergrund wird die EZB Klimarisiken zum Schwerpunkt ihres nächsten Stresstests machen, der 2022 ansteht.

EZB in einer Mitteilung

"Vor diesem Hintergrund wird die EZB Klimarisiken zum Schwerpunkt ihres nächsten Stresstests machen, der 2022 ansteht." Details zum Ablauf sollen im Laufe des kommenden Jahres bekannt gegeben werden.

Selbsteinschätzung und Maßnahmenpläne

Dem Thema Nachdruck verleihen will die Notenbank in zwei Schritten: Anfang 2021 ist zunächst geplant, von Banken eine Selbsteinschätzung zu den im Leitfaden formulierten Erwartungen einzuholen. Auch Maßnahmenpläne gehören zur Anforderung.

2022 wird sie die Verfahren der Banken einer eingehenden aufsichtlichen Überprüfung unterziehen und, sofern nötig, konkrete Folgemaßnahmen ergreifen.

EZB in einer Mitteilung

Im Anschluss werde die EZB die Selbsteinschätzung und Pläne der Banken beurteilen und beim aufsichtlichen Dialog hinterfragen, heißt es. "2022 wird sie die Verfahren der Banken einer eingehenden aufsichtlichen Überprüfung unterziehen und, sofern nötig, konkrete Folgemaßnahmen ergreifen."

EZB fordert Fakten

Ergänzend zum Leitfaden legte die EZB zudem einen Bericht vor, aus dem hervorgeht, dass Banken aus ihrer Sicht weiterhin "Nachholbedarf bei der Offenlegung ihrer Klima- und Umweltrisiken haben".

Hauptkritikpunkt bleiben dabei die Fakten. Banken müssten "noch erhebliche Anstrengungen unternehmen, um ihre offengelegten Informationen mit entsprechenden quantitativen und qualitativen Daten zu unterlegen".

Wo konkret noch Handelsbedarf besteht, soll in der zweiten Jahreshälfte 2021 ermittelt werden – auch gemeinsam mit Banken.

Kommentare zum Leitfaden

Bislang gingen im Zuge der Klima-Konsultation bereits mehr als 50 Kommentare bei der EZB ein, darunter von der Deutschen Bank, der Triodos Bank und der European Banking Association (EBA). Sie sind gebündelt auf der Website der EZB zur Bankenaufsicht zu finden.

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