FinanzBusiness

Deutsche Kreditwirtschaft bei Schnellüberweisungen auf EU-Linie

Instant Payments sollen bis Ende 2021 verfügbar sein. Die Deutsche Kreditwirtschaft ist dafür, warnt aber vor zu vielen Einschränkungen.

Der für Digitales zuständige EU-Kommissar Valdis Dombrovskis Foto: picture alliance/AP Photo

Schnellüberweisungen - sogenannte Instant Payments - sollen bis Ende 2021 überall in der EU verfügbar sein. Das hat die EU-Kommission in ihrem umfassenden Plan zur weiteren Digitalisierung des Finanzplatzes Europa vorgeschlagen. Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) unterstützt das Vorhaben, warnt aber vor Einschränkungen der Gestaltungsfreiheit.

In einer Stellungnahme der Interessenvertretung der fünf kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände zum sogenannten Digital Finance Package der EU schreibt der Verband zur Retail Payments Strategy, sie sollte künftig vor allem europäische Marktinitiativen unterstützen. Die Zahlungsdienstrichtlinie (PSD2) und die SEPA-Verordnung böten bereits eine angemessene Rechtsgrundlage für die
wettbewerbsorientierte Weiterentwicklung des Zahlungsverkehrs.

Gestaltungsfreiheit erhalten

"Der Gesetzgeber sollte darauf achten, dass rechtliche Änderungen die Gestaltungsfreiheit für Produkte nicht weiter einschränken, um die Rahmenbedingungen der Marktinitiativen und somit den Erfolg gemeinsamer europäischer Lösungen nicht zu gefährden", heißt es wörtlich.

Der Gesetzgeber sollte darauf achten, dass rechtliche Änderungen die Gestaltungsfreiheit für Produkte nicht weiter einschränken, um die Rahmenbedingungen der Marktinitiativen und somit den Erfolg gemeinsamer europäischer Lösungen nicht zu gefährden.

Stellungnahme der DK zum Digital Finance Package der EU-Kommission

Innovationen, wie die sekundenschnelle Echtzeit-Überweisung (Instant Payments) in Ergänzung zu den bestehenden klassischen Zahlungsinstrumenten, würden vom Markt und den Kunden gut angenommen. Neue Lösungen und Dienste, die darauf aufbauten, würden aktuell von der europäischen Kreditwirtschaft entwickelt.

Im Juli hatte Andreas Martin, Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, auf einer Pressekonferenz erklärt, die Genossenschaftsbanken wickelten pro Tag inzwischen durchschnittlich mehr als 100.000 Instant-Payment-Transaktionen ab.

Volks- und Raiffeisenbanken bauen digitale Services aus

DK will sich in Diskussionsprozess einbringen

Die DK will die Themenfelder des Digital Finance Package in den kommenden Wochen analysieren, bewerten und mitdiskutieren, sobald die EU-Kommission weitere Einzelheiten vorlegt. Grundsätzlich werde die Initiative der Kommission zur Schaffung und Umsetzung einer neuen digitalen Finanzstrategie Europas begrüßt, hieß es.

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