FinanzBusiness

Deutsche Wirtschaft erholt sich offenbar rascher als erwartet

Das Ifo-Institut geht in seiner Herbstprognose für dieses Jahr nur noch von einem Konjunkturrückgang um 5,2 Prozent aus. Das ist deutlich besser als im Sommer erwartet.

Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser (Archivbild von 2019) Foto: picture alliance/Christoph Soeder/dpa

Der Absturz der deutschen Wirtschaft aufgrund von Corona verläuft nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts glimpflicher als gedacht. Der Rückgang der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr soll nach der heute veröffentlichten Herbstprognose nur noch 5,2 Prozent betragen - deutlich weniger als die im Sommer erwarteten minus 6,7 Prozent.

"Der Rückgang im zweiten Quartal und die Erholung derzeit verlaufen günstiger als wir erwartet hatten", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser in einer Mitteilung.

Kehrseite der Medaille: Dafür fällt das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr geringer aus. Statt plus 6,4 Prozent rechnet das Ifo-Institut nur noch mit plus 5,1 Prozent - sowie weiteren plus 1,7 Prozent im Folgejahr 2022.

Der Rückgang im zweiten Quartal und die Erholung derzeit verlaufen günstiger als wir erwartet hatten.

Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef des Ifo-Instituts

"Die Unsicherheit bei den Prognosen ist sehr groß, weil niemand weiß, wie die Corona-Pandemie weiter verläuft, ob es nicht doch noch einen harten Brexit gibt und ob die Handelskriege beigelegt werden", sagte Wollmershäuser einschränkend.

Arbeitslosigkeit bleibt gegenüber 2019 erhöht

Die Zahl der Arbeitslosen dürfte in diesem Jahr mit 2,7 Millionen um etwa 400.000 höher liegen als 2019, so die Prognose weiter. 2021 und 2022 soll sie um jeweils rund 100.000 sinken. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent in diesem, 5,7 Prozent im nächsten und 5,5 Prozent im übernächsten Jahr.

Während der Staat 2019 noch einen Überschuss erwirtschaftete, geht das Ifo-Institut mindestens bis 2022 von Defiziten aus. Das ergebe sich aus den hohen Ausgaben für die Stützung der Wirtschaft bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen, hieß es. Für 2020 rechnet das Ifo-Institut mit einem Staatsdefizit von 170,6 Mrd. Euro, für 2021 mit 86,9 Mrd. und für 2022 mit 68,4 Mrd. Euro.

Dieser Beitrag hat Ihr Interesse geweckt: Melden Sie sich hier für unseren kostenlosen Newsletter an.

Mehr dazu