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Die Deutsche Bank holt sich prominente Unterstützung in den USA

Der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, Robert Kimmitt, soll der Bank bei regulatorischen Fragen helfen. Von denen gibt es in den USA eine Menge.

Der neue Mann für die Deutsche Bank: US-Anwalt Robert Kimmitt Foto: picture alliance / dpa

Die Deutsche Bank hat den ehemaligen US-Botschafter in Deutschland, Robert Kimmitt, als Berater in Washington gewonnen. Der 72-jährige Anwalt soll der Bank bei ihren regulatorischen Problemen vor Ort helfen. Bloomberg hatte als erste über die Personalie berichtet.

Die Entscheidung über die Mandatierung von Kimmitt hat der Aufsichtsrat der Deutschen Bank AG in Frankfurt getroffen. Welche Rolle der renommierte Jurist in der Bank übernehmen soll, wissen laut dem Bericht aber selbst Führungskräften innerhalb der Bank nicht genau.

Die Rolle von Robert Kimmitt ist sehr klar: Er wurde vom Aufsichtsrat wegen seiner Fachkompetenz ausgewählt, ist aber nicht beauftragt, mit einer Strafverfolgungsbehörde zu sprechen, und hat bestätigt, dass er dies nicht getan hat.

Sprecher der Deutschen Bank

Ein Sprecher der Deutschen Bank klärt auf Nachfrage von FinanzBusiness auf: "Die Rolle von Robert Kimmitt ist sehr klar: Er wurde vom Aufsichtsrat wegen seiner Fachkompetenz ausgewählt, ist aber nicht beauftragt, mit einer Strafverfolgungsbehörde zu sprechen, und hat bestätigt, dass er dies nicht getan hat."

Die Bank hat in den USA viele Themen

In den USA steht die Deutsche Bank unter anderem wegen der Beziehung zu einem ihrer bekanntesten Kunden, US-Präsident Donald Trump, unter Druck - und wird dort teils zum Spielball der polititischen Interessen, etwa, wenn es um die Offenlegung von Trumps Steuerunterlagen geht.

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Zudem kooperiert die Bank etwa mit dem Justizministerium, wenn es um die Untersuchung bezüglich Geschäften der Danske Bank und Swedbank geht. Beide hatten Versäumnisse bei der Einhaltung von Vorschriften bei verdächtigen Transaktionen eingeräumt.

Die Deutsche Bank hatte einen Großteil dieser Transaktionen als Korrespondenzbank abgewickelt und zahlte der New Yorker Bankenaufsicht bereits 150 Millionen Dollar wegen einer zu laxen internen Aufsicht.

Und auch in einem anderen Fall taten sich Compliance-Probleme in der Bank auf: So ist sie in eine US-Untersuchungen involviert, die eine mutmaßliche Kursmanipulation von Staatspapieren prüft.

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Kimmitt kennt beide Seiten

Kimmitt ist ein idealer Berater für die Deutsche Bank, denn er kennt beide Seiten gut. So hat er wohl enge Verbindungen zum Chef des Gremiums, Paul Achleitner. Beide hatten leitende Positionen im American Council on Germany (ACG) inne.

Mit Justizminister Barr soll ihn zudem seit dem Präsidentschaftswahlkampf des verstorbenen George Bush im Jahr 1988 eine enge Freundschaft verbinden, als beide für die Prüfung potenzieller Vizepräsidentenkandidaten verantwortlich waren. Vor allem dürfte Kimmit als Senior International Counsel bei der US-Kanzlei WilmerHale aber vor allem über das Hintergrundwissen in der US-Administration verfügen, um die Bank im Hintergrund zu ihrem Vorgehen im Umgang mit Strafverfolgungs- und Regulierungsbehörden zu unterstützen. Als Lobbyist soll er allerdings nicht tätig sein.

WilmerHale verfügt in Deutschland über Büros in Berlin und Frankfurt. In den USA ist die Kanzlei auch für ihre Lobbytätigkeit bekannt, in ihren Reihen finden sich neben vielen Ex-Politikern auch ehemalige hohe Beamte. Einer von ihnen ist etwa Ex-FBI-Direktor Robert Mueller, der als Sonderermittler die möglichen Verbindungen von Donald Trumps Wahlkampfteam mit russischen Stellen und damit verbundenen Thematiken geprüft hatte.

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