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Banken sind für Nicht-Akademiker wenig attraktiv

Arbeitnehmer ohne akademischen Hintergrund bewerben sich lieber bei Autoherstellern oder im öffentlichen Dienst. Banken rangieren im aktuellen Trendence Fachkräftebarometer ziemlich weit hinten.

Pendler (Symbolbild aus London im August 2020) | Foto: picture alliance/ZUMA Press

Obwohl Banken und Sparkassen auch für Abiturienten ohne Studium über die Banklehre als Arbeitgeber interessant sein können, werden sie von Bewerbern nicht bevorzugt. Das ergibt sich aus dem aktuellen Trendence Fachkräftebarometer 2020.

Auf die Frage "Bei welchen Arbeitgebern würdest Du Dich am ehesten bewerben?" gaben 9,2 Prozent die Audi AG an. Auf Platz 2 folgt mit schon einigem Abstand das Deutsche Rote Kreuz (7,8 Prozent). Insgesamt sind in den Top-10 des Barometers neben Automotive-Unternehmen (Audi, BMW, Bosch, Daimler, Porsche) und sozialen Organisationen (DRK, Caritas, Diakonie) noch Google und ProSiebenSat.1 vertreten.

Vor allem das DRK und die Caritas konnten sich dabei gegenüber 2019 verbessern, während die Automotive-Unternehmen verloren - mit Ausnahme des Audi-Konzerns, der seinen ersten Platz verteidigte. Den größten Satz nach oben machte ProSiebenSat.1 von Platz 13 auf den jetzt siebten Rang.

Banken mit einem Vertreter am Ende der Liste

Wer nach Unternehmen aus dem Bankensektor sucht, muss in der Liste ziemlich weit nach unten blättern: Als einzige schafft es die Sparkassen-Finanzgruppe auf Platz 48 von insgesamt 51 Einträgen. Das ist aber eigentlich nur der vorletzte Platz, denn Rang 49 wurde drei Mal vergeben: an die AOK, IBM und RWE.

Immerhin konnte sich die Sparkassen-Finanzgruppe im Vergleich zum Vorjahr von Platz 53 hocharbeiten.

Im nicht-akademischen Umfeld können wir erkennen, dass systemrelevante soziale Berufe deutlich an Bedeutung gewinnen.

Robindro Ullah von Trendence

"Im nicht-akademischen Umfeld können wir erkennen, dass systemrelevante soziale Berufe deutlich an Bedeutung gewinnen, während die klassischen Wirtschaftszweige wie etwa die Automobil- oder Handelsbranche etwas an Anziehungskraft verlieren", sagte Robindro Ullah von Trendence.

Manchmal gestresst, aber insgesamt zufrieden

Wie das Berliner Institut weiter mitteilte, sind fast zwei Drittel der Nicht-Akademiker (65,1 Prozent) trotz Stressempfindens an mehr als der Hälfte der Arbeitstage (Männer 3,2; Frauen 3,5 Tage) mit ihrem derzeitigen Arbeitgeber zufrieden - ein Fünftel ist sogar sehr zufrieden.

Den Beschäftigten ist vor allem ein faires Gehalt, ein gutes Kollegenumfeld und die Jobsicherheit wichtig. "Für Nicht-Akademiker ist es auffallend wichtig, einen sicheren Arbeitsplatz zu haben, der angemessen bezahlt wird und in dem sie wertschätzend angeleitet werden. Arbeitgeber, die diese Grundbedürfnisse erfüllen, haben hohe Chancen in unserem Ranking nach oben zu klettern", sagte Ullah weiter.

Das Trendence Fachbarometer 2020 basiert auf einer Umfrage unter 29.451 Arbeitnehmern im Januar und Februar 2020. 52 Prozent der Teilnehmer waren Männer, 48 Prozent Frauen. Dreiviertel verfügten über eine Berufsausbildung. Das Durchschnittsalter lag bei 33,8 Jahren.

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