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Pfandbriefbanken wachsen im zweiten Corona-Jahr deutlich

2021 wurden Pfandbriefe im Volumen von 64,7 Mrd. Euro emittiert - gut acht Prozent mehr als im Vorjahr. Auch das Geschäftsfeld Immobilienfinanzierung ist deutlich gewachsen.

VDP-Präsident Louis Hagen | Foto: Verband deutscher Pfandbriefbanken

Die deutschen Pfandbriefbanken sind im zweiten Jahr der Corona-Pandemie kräftig gewachsen. 2021 wurden Pfandbriefe im Volumen von 64,7 Mrd. Euro emittiert. Das waren 8,2 Prozent mehr als im Vorjahr, wie der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) mitteilte.

Treiber seien die Hypothekenpfandbriefe gewesen. ”Die Pfandbriefbanken haben sich 2021 in einem anspruchsvollen Marktumfeld gut behauptet”, erklärte VDP-Präsident Louis Hagen. Für das laufende Jahr wird ein Bruttoabsatz von rund 50 Mrd. Euro erwartet.

Neuzusagen bei Immobilienfinanzierung um zehn Prozent gestiegen

In ihrem anderen großen Geschäftsfeld, der Immobilienfinanzierung, sagten die Institute 2021 Darlehen in Höhe von 175 Mrd. Euro zu, was einem Zuwachs von 9,5 Prozent binnen Jahresfrist entspricht.

Dabei kamen Wohnimmobilienfinanzierungen auf ein Volumen von 118,5 Mrd. Euro, ein Plus von 11,2 Prozent. Gewerbeimmobilienfinanzierungen nahmen um 6,1 Prozent auf 56,5 Mrd. Euro zu. Büroimmobilien waren darunter erneut die mit Abstand dominierende Objektklasse: Auf sie allein entfielen Zusagen in Höhe von 31,7 Mrd. Euro, mit deutlichem Abstand folgten Handelsgebäude mit 13,1 Mrd. Euro.

Die Pfandbriefbanken blieben laut VDP 2021 der bedeutendste Anbieter von Immobilienfinanzierungen in Deutschland. Der Verband erwartet für die kommenden Jahre weiter steigende Immobilienpreise. Allerdings geht der VDP davon aus, dass die Dynamik etwas nachlässt.

Hypothekendarlehen in Russland oder der Ukraine sind nicht deckungsfähig, gehören damit nicht zum Pfandbriefgeschäft.

Louis Hagen, Präsident des Verbands deutscher Pfandbriefbanken

Direkte Folgen des Ukraine-Kriegs überschaubar

Direkte Folgen des Ukraine-Kriegs seien für die Pfandbriefbanken und den deutschen Immobilienmarkt bislang nicht zu erkennen, erklärte der Verband. ”Hypothekendarlehen in Russland oder der Ukraine sind nicht deckungsfähig, gehören damit nicht zum Pfandbriefgeschäft,” sagte Hagen. Beides seien keine Zielländer für Pfandbriefbanken im Immobilien- und Staatsfinanzierungsgeschäft.

Indirekte Effekte des Kriegs ließen sich aber nur schwer abschätzen. ”Die Unsicherheit, die wir nun sehen aufgrund der Ukraine-Krise ist enorm”, führte er aus.

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