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Chefs der Hypo Real Estate müssen offenbar wegen Greensill-Anlage gehen

Wolfgang Groth und Jochen Heuchert nehmen wohl infolge des Greensill-Skandals den Hut. Die Holding hatte 75 Mio. Euro bei der Greensill Bank angelegt. Beim Institut hofft man weiterhin auf Entschädigung aus der BdB-Einlagensicherung.

Ein Notausgangsschild hängt am Montag in der Börse in Frankfurt am Main über einer Anzeigetafel, die den Kurs der Aktie des Immobilienfinanzieres Hypo Real Estate zeigt | Foto: picture-alliance/ dpa | Frank Rumpenhorst

Die Pleite der Bremer Greensill Bank hat einem Medienbericht zufolge personelle Konsequenzen bei der vollverstaatlichten Hypo Real Estate (HRE) Holding. Deren Chefs Wolfgang Groth und Jochen Heuchert haben das Unternehmen vor Vertragsablauf verlassen müssen, wie die Zeitung "Der Spiegel" am Freitag vorab berichtete. Die Holding hatte 75 Mio. Euro bei der Greensill Bank angelegt.

Die HRE wollte zu dem Bericht nicht Stellung nehmen und verwies an die Finanzagentur des Bundes. Diese erklärte auf Anfrage, sie wolle aus rechtlichen Gründen keine Details nennen. Eine Sprecherin fügte allerdings hinzu, die Agentur gehe davon aus, dass die HRE hinsichtlich des Greensill-Investments Anspruch auf Entschädigung bei der Einlagensicherung habe.

Die HRE beruft sich in ihrer entsprechenden Forderung darauf, seit der Abspaltung der Deutschen Pfandbriefbank (pbb) 2015 kein Finanzinstitut mehr zu sein, sondern ein Vermögensverwalter.

Die 75-Millionen-Euro-Frage im Greensill-Skandal: Ist die HRE Holding eine Bank? 

Der Bankenverband BdB lehnt eine Entschädigung der Holding jedoch ab. Finanzinstitute und Kommunen werden nicht entschädigt, Privatanleger und Unternehmen dagegen schon.

Staatliche Rettung in der Finanzkrise

Vor der Finanzkrise 2008 war die HRE in der Immobilien- und Infrastrukturfinanzierung tätig. Sie war wegen eines Liquiditätsengpasses fast in die Insolvenz gerutscht. Der Staat rettete das Institut mit vielen Milliarden Euro, um für andere Banken negative Folgen zu verhindern.

Die bis zu ihrer Pleite weitgehend unbekannte Bremer Greensill Bank hatte über Online-Plattformen mit vergleichsweise hohen Zinsen um Einlagen geworben, mit denen die britisch-australische Mutter Greensill Capital Fondsgeschäfte refinanzierte. Auch die Mutter meldete Insolvenz an.

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