FinanzBusiness

Corona-Krise verändert aus Sicht der Deutschen Pfandbriefbank die Immobilienpreise

Andreas Arndt, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Pfandbriefbank (PBB), rechnet nicht mit einem schnellen Ende der Corona-Krise. Bis sich klären ließe, wie groß die Schäden für den Immobilienmarkt tatsächlich seien, könnten noch Monate ins Land gehen.

Andreas Arndt, Vorstandsvorsitzender PBB | Foto: Deutsche Pfandbriefbank

Nach Einschätzung der Deutschen Pfandbriefbank (PBB) wird das wahre Ausmaß der Corona-Schäden auf dem Immobilienmarkt erst in der zweiten Jahreshälfte sichtbar werden.

Dann werden sich voraussichtlich deutliche Auswirkungen auf die Vermietungssituation und die Immobilienpreise manifestieren.

Andreas Arndt, Vorstandschef, Deutschen Pfandbriefbank

"Dann werden sich voraussichtlich deutliche Auswirkungen auf die Vermietungssituation und die Immobilienpreise manifestieren", sagte Vorstandschef Andreas Arndt bei der Vorlage der Bilanz für 2020.

Insolvenzen, Arbeitslosigkeit, Leerstände

Laut dem Manager hat das viele Gründe: erwartete Insolvenzen, höhere Arbeitslosigkeit, Freistellungen, Leerstände und weniger staatliche Hilfszahlungen für die Unternehmen in Kombination mit der Arbeit im Heimbüro, reduziertem Reiseaufkommen und dem Wachstum des Online-Handels.

Hauptgeschäft der Pfandbriefbank ist die Finanzierung gewerblicher Immobilien, zweites Standbein sind öffentliche Finanzierungen. Der Bankchef hat bei zwei besonders stark unter den Lockdowns leidenden Immobilienarten bereits vor einem Jahr die Reißleine gezogen: "Neue Finanzierungen für Hotels und Shopping Center haben wir eingestellt seit dem ersten Quartal."

Neue Finanzierungen für Hotels und Shopping Center haben wir eingestellt seit dem ersten Quartal.

Andreas Arndt, Vorstandschef, Deutschen Pfandbriefbank

Risikovorsorge steigt von 49 auf 126 Mio. Euro

Die PBB verzeichnete 2020, wie berichtet, einen coronabedingten Einbruch. Der Nettogewinn sank im Vergleich zum Vorjahr von 179 auf 117 Mio. Euro.

Eine Hauptursache war die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle. Der Vorstand legte dafür 126 Mio. Euro zurück, 2019 waren es 49 Mio. Euro. Arndt geht jedoch davon aus, dass in diesem Jahr weniger Bedarf an zusätzlicher Risikovorsorge besteht. Die Bank erwartet sieben bis acht Milliarden Euro Neugeschäft, weniger als 2019 vor der Krise, aber eher etwas mehr als 2020.

Deutsche Pfandbriefbank erwartet 2021 steigenden Vorsteuergewinn

Mehr von FinanzBusiness

Greensill-Prüfung der BaFin lässt weiter Fragen offen

War die BaFin bei der Überprüfung der Greensill Bank zu langsam - und hat damit nach Wirecard zum zweiten Mal eine Pleite nicht verhindern können? Unterlagen aus dem Bundestag zeigen, wie die Aufseher vorgegangen sind - und welche blinden Flecken es in dem Fall noch gibt.

Geplante Dreier-Fusion zur "VR-Bank zwischen den Meeren" ist geplatzt

Die VR-Bank Westküste und Raiffeisenbank Handewitt schließen sich zur neuen VR-Bank zwischen den Meeren zusammen. Bis zuletzt war noch die VR-Bank Neumünster für eine mögliche Dreier-Fusion mit im Boot gewesen - dieser Plan hat sich nun in Luft aufgelöst. Die Vorstände in Neumünster zeigen sich von der Entwicklung "überrascht".

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Neueste Nachrichten

Weitere Stellenanzeigen zeigen