Scalable Capital begräbt ganz leise seine Value-at-Risk-Strategie

Das Fintech begründet dies nach Medienberichten mit schlechter Performance und neuem Fokus auf einfachere, leicht nachvollziehbare Anlagestrategien. Bestandskunden sollen alternative Angebote nutzen.
Erik Podzuweit, Co-Gründer von Scalable Capital. | Foto: Fabian Zapatka / Scalable Capital
Erik Podzuweit, Co-Gründer von Scalable Capital. | Foto: Fabian Zapatka / Scalable Capital

Das Geldanlage-Fintech Scalable Capital, das einst als Robo-Advisor begann, hat sich in den letzten vier Jahren immer mehr auf das Neobroker-Geschäft konzentriert. Laut Informationsdienst Finance Forward stellt das Unternehmen nun seine ursprüngliche Anlagestrategie für Neukunden ein. 

Als erster Robo-Advisor die Milliardengrenze geknackt

Vor etwa zehn Jahren starteten die ersten Robo-Advisor in Europa, darunter auch Scalable Capital, gegründet von den ehemaligen Goldman-Sachs-Managern Erik Podzuweit und Florian Prucker sowie Stefan Mittnik. Mit viel Marketing und einer Partnerschaft mit der Direktbank ING gelang es Scalable Capital, als erster deutscher Anbieter beim verwalteten Kapital die Milliardengrenze zu knacken. 

Das Anlagemodell von Scalable Capital basierte auf dem Konzept ’Value at Risk’, bei dem je nach Risikobereitschaft der Kunden die Aktien- und Anleiheanteile umgeschichtet wurden. Im Gegensatz zu anderen Robo-Advisors, die auf ETFs setzten und einmal jährlich ein Rebalancing durchführten. 

Corona-Krise als Einschnitt

Durch die Coronakrise litt die Performance des ’Value at Risk’-Ansatzes, weshalb Scalable Capital weitere Anlagestrategien - beispielsweise eine ESG-Strategie - einführte. Im Jahr 2020 startete das Unternehmen dann als Neobroker und ermöglichte den Kauf von Aktien, Anleihen, ETFs und Krypto. Die Vermögensverwaltung mit dem Robo-Advisor wurde strategisch in den Hintergrund gerückt, obwohl Scalable Capital immer noch Marktführer im Robo-Advisor-Markt ist. 

Nun hat Scalable Capital offenbar stillschweigend beschlossen, seine ’Value at Risk’-Strategien für Neukunden einzustellen und verweist bestehende Kunden auf alternative Angebote. Die Entscheidung, das erste Robo-Advisor-Modell einzustellen, wird laut Finance Forward mit der schlechten Performance und dem neuen Fokus des Unternehmens auf einfachere, leicht nachvollziehbare Anlagestrategien begründet. 

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