FinanzBusiness

Berliner Fintech Pliant beantragt europäische E-Geld-Lizenz

Davon erhofft sich CEO Malte Rau die Erweiterung des Produktportfolios, wie er in einem Interview erzählte. Außerdem könnte bald eine Finanzierungsrunde für den Anbieter von Firmenkreditkarten anstehen - trotz der gegenwärtig schwierigen Marktbedingungen.

Malte Rau, Mitgründer und CEO von Pliant. | Foto: Pliant

Das auf Firmenkreditkarten spezialisierte Fintech Pliant hat eine europäische E-Money-Lizenz beantragt, wie CEO Malte Rau im Gespräch mit der Börsen-Zeitung berichtet. „Unser regulatorisches Setup sieht so aus, dass wir die Banklizenz über den Partner Varengold Bank abdecken. Um in unserem Geschäftsmodell eine größere Wertschöpfungstiefe zu erreichen, haben wir kürzlich eine europäische E-Money-Lizenz beantragt“, erklärt er.

Bewilligung wohl in einem halben Jahr

In welchem Land genau das passiert ist, ließ Rau allerdings offen. Eine Spur führe laut Börsen-Zeitung nach Finnland. Partner für das „Issuing“ sei die Transact Payments Malta Limited, während Varengold Konten, Sepa-Infrastruktur und Kreditlinien bereitstellt.

Im Idealfall rechnet Rau damit, dass die E-Geld-Lizenz in sechs Monaten bewilligt ist– aber es komme mit Nachfragen der Behörden meist zu Verschiebungen nach hinten, berichtet er. „Eine solche E-Money-Lizenz eröffnet uns erheblich mehr Möglichkeiten, denn im Zusammenhang mit Payment-Vorgängen können grundsätzlich bankähnliche Dienstleistungen wie Ratenkredite angeboten werden. Auch Depositen wären möglich, aber das wäre noch mal eine ganz andere Dimension.“

Eine solche E-Money-Lizenz eröffnet uns erheblich mehr Möglichkeiten, denn im Zusammenhang mit Payment-Vorgängen können grundsätzlich bankähnliche Dienstleistungen wie Ratenkredite angeboten werden.

Malte Rau, CEO von Pliant

„Wir räumen Firmenkunden über die Karte echte Kreditlinien ein, womit wir vor allem Digitalunternehmen adressieren, aber auch zunehmend normale KMUs ansprechen. Das Problem, das wir lösen, ist, dass diese Firmen häufig monatlich größere Ausgaben haben für Online-Marketing, was sich im siebenstelligen Bereich bewegen kann – diesen Anspruch können Banken mit ihren Limits nicht befriedigen“, führt Rau aus.

Finanzierungsrunde erwartet

Zudem stellt der CEO eine weitere Finanzierungsrunde in Aussicht - trotz der gegenwärtig schwierigen Bedingungen für Fintechs am Markt für Risikokapital. Die letzte Geldspritze liegt ein drei Viertel Jahr zurück. Damals erhöhten die Investoren die ursprüngliche Seedfinanzierung von 5,75 Euro Mio. auf 18 Mio. Euro. Zu den Geldgebern zählen Alstin Capital von Carsten Maschmeyer, Neosfer (ehemals Main Incubator) sowie Embedded Capital von Finleap-Gründer Ramin Niroumand.

Investoren füllen Geldspritze für Pliant auf

Mehr von FinanzBusiness

Berlin und Stuttgart preschen bei Fintech-Ranking nach vorne

Das neue Finanzplatz-Ranking der Londoner Denkfabrik Z/Yen Group hat auch eine Tabelle der stärksten Fintech-Standorte erstellt. Frankfurt liegt im innerdeutschen Vergleich vorne, spürt aber die Verfolger München, Berlin und Stuttgart im Nacken.

Die Volksbanken Kraichgau und Bruchsal-Bretten prüfen Fusion

Erneut könnte ein Volksbanken-Schwergewicht entstehen - dieses Mal in Baden-Württemberg. Gemeinsam kämen die Institute auf eine Bilanzsumme von mehr als neun Mrd. Euro. Die Gespräche seien aber noch ”ganz am Anfang”, betonten die Vorstände.

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Neueste Nachrichten

Weitere Stellenanzeigen zeigen