FinanzBusiness

Vivid startet erstes Kredit-Feature

Geld ausgeben, das man im Augenblick vielleicht gar nicht hat: Auch Vivid springt auf den Zug auf. Die Neobank ermöglicht ihren Kunden künftig Dispokredite und Ratenzahlungen. Premiere hat das neue Feature Vivid Now zunächst in Deutschland.

Karte und App der Neobank Vivid | Foto: Vivid Money

Buy now, pay later (BNPL), kaufe jetzt - zahle später. Dass auch Vivid mit einem entsprechenden Angebot auf den Markt kommen würde, war wohl nur eine Frage der Zeit: Es heißt Vivid Now, beinhaltet sowohl einen Dispokredit als auch rückwirkende Ratenzahlungen und lässt sich über ein separates Pocket wie gewohnt per Smartphone nutzen.

Mit Vivid Now launchen wir unser erstes Kredit-Produkt, welches unseren Kund:innen ein flexibleres finanzielles Leben ermöglicht.

Charles Spencer, Head of Product – Credits, Vivid Money

“Mit Vivid Now launchen wir unser erstes Kredit-Produkt, welches unseren Kund:innen ein flexibleres finanzielles Leben ermöglicht“, sagt Charles Spencer, Head of Product – Credits von Vivid, in einer Mitteilung zum Start.

Startpunkt Deutschland

Los geht es für das Feature zunächst in Deutschland, weitere Ländern sollen folgen. Spencer räumt zwar ein, dass mit dem Modell für die Kunden klare Risiken verbunden seien, verspricht aber zugleich, man werde gegensteuern.

”So arbeiten wir nicht nur mit Informationsmaterialien zum Thema Dispo, Raten und Co. auf unserem Blog, sondern informieren Kund:innen, wenn sie noch genug Guthaben für den Ausgleich des Vivid Now-Kontos haben sowie stellen alle offenen Raten inklusive Zeitplan übersichtlich und selbsterklärend dar”, erklärt er.

Effektiver Jahreszins liegt bei zwölf Prozent

Zum Procedere und zu den Kosten: Wer eine Transaktion beantragt, muss Angaben zu seinen Einkommensverhältnissen machen, dazu gibt es grundsätzlich eine Schufa-Abfrage.

Das Überziehungslimit liegt bei bis zu 5000 Euro und steht Kunden laut Vivid in wenigen Minuten zur Verfügung. Für den Dispokredit zahlen sie einen effektiven Jahreszins von zwölf Prozent, bei Ratenzahlungen eine Gebühr von 2,5 Prozent des Gesamtbetrags – die für Premium-Kunden allerdings entfällt. Gehen die Ratenzahlungen nicht pünktlich ein, werden Überziehungszinsen mit einem effektiven Jahreszins von zwölf Prozent berechnet.

BNPL-Markt wird enger

Vivid bewegt sich mit den Zinskosten – im Vergleich zum Wettbewerb – eher am oberen Ende der Preisskala: Als die Stiftung Warentest zuletzt die Dispozinsen analysierte, das war im Mai 2022, lagen sie bundesweit im Schnitt bei 9,43 Prozent. Klar ist dabei, mit Blick auf den BNPL-Markt insgesamt: Für reizvoll halten ihn viele. Unlängst ist, wie berichtet, auch die Deutsche Bank in das Geschäft eingestiegen.

Der Kleinstkredit ist auf dem Vormarsch

Deutsche Bank steigt ins BNPL-Geschäft ein

Vivid Money, 2019 in Berlin gegründet, ist derzeit in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien aktiv. Nach eigenen Angaben wird die Neobank mittlerweile mit 775 Mio. Euro bewertet und bedient rund 500.000 Kunden.

Im Interview mit FinanzBusiness hatte Co-Gründer Alexander Emeshev die Produktoffensive, Vivid Now ist hier lediglich ein Baustein, bereits zu Jahresbeginn angekündigt. Er knüpft daran die Hoffnung, bis 2023 mit dem Fintech profitabel zu werden - und in drei bis vier Jahren dann seinen Kunden eine umfassende App anbieten zu können.

In ein bis zwei Jahren erreicht Vivid Money die erste Schwelle zur Profitabilität, sagt Alexander Emeshev

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