FinanzBusiness

Allianz-App Heymoney gibt auf

Die einst als Angriff auf die Banken angekündigte Multibanking-App wird eingestellt. Was aus den Mitarbeitern wird, ist noch unklar.

Schriftzug der Allianz auf Fahnen (Symbolbild) | Foto: picture alliance / dpa | Peter Kneffel

Die Allianz hatte mit Heymoney Großes vor: Eine eigene Multibanking-App, die den Kunden einen Rundumblick auf die eigene Finanzen bietet - und so auch den etablierten Banken, die online weniger schnell vorankamen, Konkurrenz machen sollte. Doch nun ist bei dem Fintech Schluss, wie der Blog FinanceFWD als erster berichtet hat.

Auf Nachfrage bestätigt das Fintech, dass die von Iconic Finance betriebene App künftig nicht fortgeführt wird. In den nächsten Wochen wird sie aus den App-Stores gelöscht.

”Die ´Personal Finance Manager´-App, mit der man Versicherungen, Konten und andere Verträge jederzeit auch mobil verwalten kann, konnte den angestrebten Nutzerhochlauf nicht erreichen”, heißt es zur Erklärung.

Ziele nicht schnell genug erreicht

”Ein neues Geschäftsmodell im digitalen Markt aufzubauen, bedeutet alle Energie in diese Idee zu investieren, aber auch sie zu beenden, wenn die Ziele nicht, oder nicht schnell genug erreicht werden”, sagt Bernd Storm van’s Gravesande, Geschäftsführer von Iconic Finance zu dem Ende . ”Unsere Arbeit an der App zu beenden, ist uns nicht leicht gefallen, aber diese Entscheidung war nicht vermeidbar.“ Genaue Nutzerzahlen der App nennt Iconic Finance nicht.

Derzeit wird noch geprüft, ob einige Funktionalitäten der App in anderen Anwendungen der Allianz Gruppe übernommen werden können - und auch welche Optionen es für die derzeitigen Kunden gibt.

Ein Hinkefuss für den Erfolg der App könnte der ”regulierte” Zugang zu dem Angebot gewesen sein. So kamen Kunden nur mit dem ”Einladungscode“ eines Allianz-Vertreters zu dem digitalen Angebot. Mit Heymoney konnten Kunden vor allem Konten, Verträge und Versicherungen in einer App verwalten und sollten ihre Finanzen auch optimieren können.

Unklare Zukunft der Mitarbeiter

Was die rund 30 Mitarbeiter betrifft, werde man gemeinsam mit dem Investor, ”alles daransetzen, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine neue Perspektive anzubieten”, sagt Storm van’s Gravesande.

Für den Aufbau hatte man ein prominentes Team engagiert, unter anderem die Aboalarm-Macher Bernd Storm van’s Gravesande und Arnold Brunner. In die App soll die Allianz einen zweistelliger Millionenbetrag investiert haben.

Heymoney kooperiert mit Aboalarm

Mehr von FinanzBusiness

Fünf Millionen Datensätze werden bei der IT-Fusion umgestellt

Im Januar sind die Sparkassen Worms-Alzey-Ried und Mainz juristisch verschmolzen, jetzt kommt die technische Fusion. Die Institute haben dabei Experten des zentralen IT-Dienstleisters Finanz Informatik im Boot. Die größte Herausforderung ist die Umstellung im laufenden Geschäftsbetrieb.

Neue Mitarbeitende verzweifelt gesucht

Der Fachkräftemangel trifft auch die Finanzbranche mit voller Wucht: Laut einer Erhebung haben Banken in Deutschland im ersten Halbjahr mehr als 65.000 offene Stellen ausgeschrieben, das sind 81 Prozent mehr als im Vorjahr.

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Neueste Nachrichten

Weitere Stellenanzeigen zeigen