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Solarisbank bekommt Kapitalspritze

Bestandsinvestoren sollen noch einmal 40 Mio. Euro in den Banking-as-a-Service-Anbieter gesteckt haben. Während der angestrebte IPO im aktuellen Marktumfeld immer unwahrscheinlicher wird, sind laut Presseberichten nun auch Private-Equity-Investoren an dem Fintech interessiert.

Roland Folz | Foto: Solarisbank

Die Solarisbank hat laut Presseberichten 40 Mio. Euro von Bestandsinvestoren bekommen. Dabei soll die Bewertung über den bei der letzten Finanzierungsrunde festgesetzten 1,4 Mrd. Euro liegen, wie der Blog ”Finanz-Szene” berichtet.

Auf Nachfrage bestätigt die Solarisbank, kürzlich einen ”mittleren zweistelligen Millionenbertrag von Bestandsinvestoren” erhalten zu haben, ”um die Position der Solarisbank in einem herausfordernden Marktumfeld zu stärken”. ”Wir freuen uns über das große Vertrauen und werden die Mittel einsetzen, um unsere Ziele zu erreichen, unseren Investitionsvorsprung zu sichern sowie eine hohe Kernkapitalquote sicherzustellen”, heißt es in einem Statement.

Wir freuen uns über das große Vertrauen und werden die Mittel einsetzen, um unsere Ziele zu erreichen, unseren Investitionsvorsprung zu sichern sowie eine hohe Kernkapitalquote sicherzustellen.

Statement der Solarisbank

Zur Frage, ob die Pläne für einen Börsengang weiter verfolgt werden, sagt ein Sprecher: ”Unser Ziel war stets, in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 ’IPO-ready’ zu sein. Die Entscheidung, wann dann tatsächlich eine Börsennotierung umgesetzt wird, liegt letztlich bei unseren Shareholdern.”

Eigentlich war es der erklärte Plan von Vorstandschef Roland Folz, im dritten Quartal 2022 an die Börse zu streben. Im Vorfeld hatte die Solarisbank bereits einige Umstrukturierungen vorgenommen und den Vorstand erweitert.

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Das Umfeld für einen IPO hat sich in den vergangenen Monaten allerdings stark eingetrübt. Für viele Fintechs wird es nach dem Tech-Crash an den Börsen schwieriger an Wagniskapital zu kommen, Branchenexperten gehen von einem ”Rightsizing” im Fintech-Markt aus, heißt: Die Geschäftsmodelle der Start-ups werden bei Finanzierungsrunden genauer unter die Lupe genommen. Einige werden dabei auch mit Abschlägen auf die sehr üppigen Bewertungen des vergangenen Boom-Jahres leben müssen.

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Anbieter wie Klarna, Nuri, Kontist oder Sumup haben bereits den Rotstift angesetzt und Massenentlassungen angekündigt.

Zumindest mittelbar leidet darunter auch die Solarisbank, denn viele Fintechs ohne eigene Banklizenz sind dort Kunden und schlüpfen unter ihr Haftungsdach. Daher schaut auch die BaFin bei den Eigenkapitalanforderungen der Solarisbank bereits genauer hin.

BaFin legt Solarisbank zusätzliche Eigenmittelanforderung auf

PE-Investoren könnten bereit stehen

Das ”Manager Magazin” berichtet, die Solarisbank könne nun alternativ auch an Private-Equity-Investoren verkauft werden. So sollen sowohl CVC als auch Advent an dem Fintech interessiert sein und Aufsichtsratschef Ramin Niroumand und den anderen Investoren bereits konkrete Angebote gemacht haben. Zu denen zählen bekannte Namen wie Samsung, die belgische Frère Gruppe, die BBVA-Bank aus Spanien oder der Lakestar-Fonds des deutschen Investors Klaus Hommels.

Dazu heißt es von der Solarisbank auf Anfrage nur, man sei ”im ständigen Austausch mit Investoren”. Einzelne Gespräche will das Fintech nicht kommentieren.

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