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Facebook stellt Diem-Projekt ein

Mark Zuckerberg hatte große Pläne mit der eigenen Digitalwährung. Nun steht die Diem-Stiftung wohl kurz vor der Auflösung. Gescheitert ist das Projekt am politischen Widerstand.

Die Logos von Facebook und Diem | Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Thiago Prudencio

Alle Versuche des Facebook-Konzerns Meta, eine eigene Digitalwährung aufzubauen, sind offenbar gescheitert. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, stehen die Pläne von Facebook-Gründer Marc Zuckerberg mit dem Diem-Projekt vor dem Aus.

Demnach erwägt der Mutterkonzern Meta einen Verkauf des Unternehmens, um Kapital an Investoren zurückzugeben. Diem sei in Gesprächen mit Investmentbankern darüber, wie man am besten sein geistiges Eigentum verkaufen und ein neues Zuhause für die Ingenieure finden könnte, die die Technologie entwickelt haben. Erst im Dezember 2021 hatte der "Vater" der Diem-Währung David Marcus das Projekt verlassen.

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Diem startete einst unter dem Namen "Libra"; die Projekt-Gesellschaft war anfangs in der Schweiz angesiedelt. Doch von Beginn an stand das Projekt in der Kritik. Politik und Notenbanken schauten besorgt auf das Privatprojekt des Internetkonzerns, das dazu geeignet war, die Geldpolitik der Kontrolle der Notenbanken zu entziehen. Daher verabschieden sich auch anfängliche Partner, wie etwa Paypal und Visa schnell aus dem Projekt.

Neujustierung gescheitert

Schon unter dem Namen Libra war die Digitalwährung als Stablecoin konzipiert, also an einen festen Währungskorb geknüpft und  - anders als volatile private Kryptowährungen wie der Bitcoin - auch wertstabil.

Unter dem Namen Diem sollte dann der Neustart mit neuem Konzept gelingen - doch auch der Versuch scheiterte in Europa an dem großen politischen Widerstand. Diem zog sich schließlich mit seinem Vorhaben in die USA zurück.

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Im Mai verkündete Diem dann, dass die Silvergate Bank als Emittent einen Diem USD Stablecoin herausgeben werde, dessen Wert an den Dollar gekoppelt sein sollte.

Facebook-Währung Diem kehrt Europa den Rücken

Gegenwind kam zuletzt aber vor allem aus den USA: Dort hatte eine Arbeitsgruppe von US-Präsident Joe Biden empfohlen, Stablecoins nur über beaufsichtigte Banken zuzulassen.

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