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N26 übt Selbstkritik wegen internationalem Ausbau und expandiert in Brasilien

Zu N26 gib es widersprüchliche Berichte. Zum einen meldet "Finanz-Szene", dass die Neobank in Brasilien ihr Personal um 300 Mitarbeiter aufstocken will, zum anderen kritisiert Gründer und Co-CEO Maximilian Tayenthal die schnelle Expansion.

N26-Co-CEO Maximilian Tayenthal | Foto: N26

International zu schnell gewachsen und deshalb den Boom bei Kryptowährungen und im Aktienhandel verpasst: Diese Selbstkritik äußerte Maximilian Tayenthal, Mitbegründer und Co-CEO der Neobank N26, in einem am Montag veröffentlichten Interview der "Financial Times". Der Ausbau des eigenen Dienstleistungsangebots hätte Vorrang vor dem "Aufstellen von Flaggen" in weiteren Ländern haben sollen.

N26 zieht sich aus den USA zurück 

Inzwischen hat sich N26 aus den USA und Großbritannien wieder zurückgezogen. Zurzeit ist das Institut in 24 Ländern vertreten und hat nach eigenen Angaben etwa 7 Millionen Kunden.

Hätten wir den Handel und die Kryptowährungen aufbauen sollen, anstatt in den USA zu starten? Im Nachhinein wäre es vielleicht eine kluge Idee gewesen.

N26-Mitbegründer und Co-CEO Maximilian Tayenthal

"Hätten wir den Handel und die Kryptowährungen aufbauen sollen, anstatt in den USA zu starten? Im Nachhinein wäre es vielleicht eine kluge Idee gewesen", sagte Tayenthal. Die Selbstkritik an der internationalen Expansion hindert die Neobank allerdings nicht, ihr Geschäft in Brasilien kräftig auszubauen. Dort sollen laut "Finanz-Szene" 300 neue Mitarbeiter gewonnen werden. Das entspricht immerhin einem Fünftel der aktuellen Belegschaft weltweit.

Reagiert N26 auf Beschränkungen durch die BaFin?

Das Online-Portal spekuliert dabei, dass der geplante Aufbau in dem südamerikanischen Land zum einen mit dem von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erlassenen Beschränkungen für das Neugeschäft einhergeht. Zum anderen müsse das viele Geld aus der bislang letzten Finanzierungsrunde investiert werden, hieß es. Die BaFin hatte N26 vorgeschrieben, nicht mehr als 50.000 Neukunden im Monat zu akquirieren.

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Hierzulande will das Berliner Institut aber auf der Produktseite vielfältiger werden. Nach Angaben von Tayenthal plant N26, noch in diesem Jahr ein Handelsgeschäft für Kryptowährungen und danach ein Aktien-Brokerage zu starten. "Wir wollen und müssen unser Produktuniversum wirklich erweitern."

Wir wollen und müssen unser Produktuniversum wirklich erweitern.

N26-Mitbegründer und Co-CEO Maximilian Tayenthal

Der Co-Chef ist zuversichtlich, dass die Gruppe bis Ende des Jahres für eine Börsennotierung bereit sein wird. Er betonte jedoch, dass dies nur eine von mehreren Optionen sei und nicht unbedingt notwendig. "Die Frage ist immer: Was ist der richtige Zeitpunkt? Will man an die Börse gehen, wenn man noch eine Menge Geld auf dem Konto hat?", fragte er.

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