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Solarisbank migriert Kunden auf hauseigenes Kernbankensystem

Weg vom Drittanbieter, rein ins eigene System: Die Banking-as-a-Service-Plattform zieht mit ihren Kunden ohne "Big Bang" um.

Dr. Jörg Howein, CPO der Solarisbank | Foto: Solarisbank

Die Solarisbank hat ihre Kunden komplett von einer externen Lösung auf ihr eigenes Kernbankensystem migriert.

Wie die Banking-as-a-Service-Plattform mitteilte, wurde die Migration schrittweise in 2021 und am vergangenen Wochenende ohne "Downtime" abgeschlossen. Dabei habe man nicht versucht, in einer großen "Big-Bang-Migration" alles auf einmal zu schaffen, sondern eine "iterativen Ansatz" gewählt: Zuerst sind die neuen Endkunden-Onboardings für die jeweiligen Partner umgezogen, dann wurden die bestehenden Kundenkonten migriert.

Schneller und in eigener Hand

Das eigene modulare Kernbankensystem ermögliche nun Kernprozesse wie Kontoeröffnungen und SEPA-Überweisungen in nur einem Bruchteil der Zeit und mit deutlich höherer Stabilität, "was eine erhebliche Steigerung der Skalierbarkeit und Kosteneffizienz der Plattform bewirkt", so die Solarisbank.

"Der Betrieb unseres eigenen Kernbankensystems ermöglicht es uns, allen unseren Partnern bessere Service Level Agreements anzubieten und gibt uns die volle Kontrolle über unsere Leistung", sagt Jörg Howein, CPO der Solarisbank, in einer Mitteilung. "Die schnelle Umsetzung des Projekts und vor allem die reibungslose Migration verdeutlichen die Professionalität und das tiefe Know-how der Tech-Organisation der Solarisbank."

Der Betrieb unseres eigenen Kernbankensystems ermöglicht es uns, allen unseren Partnern bessere Service Level Agreements anzubieten und gibt uns die volle Kontrolle über unsere Leistung.

Dr. Jörg Howein, CPO der Solarisbank

Zuvor war man von einem Drittanbieter abhängig: der Pass Consulting aus Aschaffenburg. "Den Mambu Ledger-Layer haben wir ausschließlich für das Kreditgeschäft integriert", sagt Sprecher Baha Jamous zu FinanzBusiness.

Nun kann die Solarisbank auch manuelle Prozesse im Bereich Operations und Customer Support, die mit dem Payment-Ledger-Modul zusammenhängen, automatisch abwickeln. Von dem "tief automatisierten System" erhofft man sich eine höhere Prozessqualität und -geschwindigkeit.

Die Entwicklung des Kernbankensystems begann Ende 2017. Die ersten Partner, die ausschließlich auf dem neuen System starteten, waren Vivid Money und Samsung Pay, die ihre Services seit letztem Jahr gemeinsam mit der Solarisbank anbieten. Laut einem Tweet von Howein wurden "1.x" Mio. Accounts umgezogen.

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