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Apps zur Geldanlage sind in Deutschland besonders beliebt

Eine globale Analyse der Downloadzahlen von Finanz-Apps zeigt: In Deutschland sind vor allem Apps rund um die Geldanlage besonders gefragt. Die Angebote klassischer Banken machen dagegen nur einen geringen Anteil der Downloads aus.

Google Play und Apple App Store auf einem Smartphone | Foto: picture alliance / Zoonar | Olga Sergeeva

Die COVID-19-Pandemie hat schon jetzt die Art und Weise verändert, wie Verbraucher mit Finanzinstituten interagieren. So sind die Downloadraten von Fintech-Apps in den vergangenen zwei Jahren weltweit um 132 Prozent gestiegen, in Deutschland verdoppelten sich die Downloads (plus 94 Prozent) im selben Zeitraum.

Das ist ein Ergebnis der Studie "The State of Finance App Marketing" von AppsFlyer, einem Anbieter von Marketing-Messungen aus San Francisco.

Fintechs haben im letzten Jahr eine rasante digitale Transformation erlebt, die selbst bei denjenigen, die sich nur langsam angepasst haben, zu einem Umdenken geführt hat.

Shani Rosenfelder, Head of Content & Mobile Insight, AppsFlyer

"Fintechs haben im letzten Jahr eine rasante digitale Transformation erlebt, die selbst bei denjenigen, die sich nur langsam angepasst haben, zu einem Umdenken geführt hat", sagt Shani Rosenfelder, Head of Content & Mobile Insight, AppsFlyer in einer Mitteilung.

Apps für Aktien, ETFs und Kryptowährungen bei Deutschen beliebt

Die Installationen von Finanz-Apps stiegen global gesehen insgesamt um 20 Prozent. Während zwischen dem ersten Quartal 2020 und dem ersten Quartal 2021 die Downloadzahlen nur um 15 Prozent stiegen, nahmen App-Downloads bei traditionellen Banken im ersten Quartal 2021 mit einem Anstieg um 22 Prozent mehr an Fahrt auf.

In Deutschland ist der Anteil der Apps für digitale Bankgeschäfte, gemessen an den Download-Zahlen noch recht gering (7,8 Prozent). Deutlich beliebter sind Investment-Apps, die mit 81 Prozent den Großteil der Installationen hierzulande ausmachen. Gerade während der Pandemie sind die Apps für Investitionen in Aktien, ETFs oder Kryptowerte noch einmal deutlich beliebter geworden. Die Zahl der Downloads stieg im ersten Quartal um 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Apps für Finanzdienstleistungen liegen bei 10,8 Prozent.

Hohe Markting-Budgets

Die Anbieter investieren ihrerseits immer stärker in das Marketing der Apps: 2020 flossen weltweit drei Mrd. US-Dollar (rund 2,48 Mrd. Euro) in die Nut­zer­ak­qui­se. In Deutsch­land stie­gen mar­ke­ting­ge­trie­be­ne In­stal­la­tio­nen im glei­chen Zeit­raum um 230 Pro­zent.

Sie sollten sich sollten sich laut Rosenfelder im Hinblick auf ihre Marketingausgabe um Effizienz bemühen, "indem sie dem steigenden Cost-per-Install-Trend folgen und sich auf die Nutzerakquise konzentrieren, um neue Nachfrage zu bedienen". Zudem rät er dazu kostengünstigere Remarketing-Kampagnen in Betracht ziehen, um Marken inmitten des steigenden Wettbewerbs "oben zu halten".

Für die Studie untersuchte AppsFlyer eine anonyme Zusammenfassung von proprietären globalen Daten, die von 4,7 Mrd. Finanz-App-Installationen gesammelt wurden. Davon entfielen 700 Mio. Installationen und 230 Mio. nicht-organische Installationen auf die EMEA-Region.

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