FinanzBusiness

Team von 'Deine Studienfinanzierung' gründet Finanzplattform für die Gen-Z

Für das Start-up mit dem Namen Wajve wurde nun Caroline Delvenne als neue Head of Marketing an Bord geholt. Wajve-CEO Bastian Krautwald erklärt im Interview mit FinanzBusiness, warum er den Fokus auf ganzheitliche Finanzbildung legt.

Caroline Delvenne, neue Head of Marketing von Wajve | Foto: Wajve

Das Team der Plattform 'DeineStudienfinanzierung' arbeitet nach dem Investment durch den Fintech-Inkubator Finleap und Erreichen der Profitabilität bereits an einem neuen Projekt: Einer Finanzplattform mit dem Namen 'Wajve'.

Besonders dabei: Diese richtet sich an eine spezielle Zielgruppe, die Generation Z ('Gen-Z') - also Personen wie CEO Bastian Krautwald, die 1996 oder später geboren wurden. Das Durchschnittsalter der Zielgruppe liege bei 21 Jahren, schreibt Wajve in einer Mitteilung.

Dazu hat sich Wajve auch personell verstärkt: Caroline Delvenne wird neue Head of Marketing. Sie kommt von der Versicherungsplattform Wefox. Dort war sie seit November 2016 tätig, zuletzt als Head of Marketing.

Mitgründer und CEO Krautwald erläutert im FinanzBusiness-Interview die Vision hinter Wajve.

Herr Krautwald, welche Bereiche werden bei der Finanzberatung mit eingeschlossen sein? Geht es um Budgeting, Sparpläne, Investmentberatung, Steuerberatung, Aufbau von Vermögen, oder ähnliches? Welche der genannten Komponenten werden Sie mit Wajve definitiv nicht abdecken? 

"Mit unserer Finanzberatung geben wir der neuen Generation Orientierung und Wissen darüber, was in ihrem individuellen Kontext sinnvoll oder notwendig ist.  Damit sollen sie in die Lage versetzt werden, Finanzen zu verstehen, ihr Geld zu vermehren und mit ihrem Einkommen gut hauszuhalten. Jetzt zum Start von Wajve können wir einige der genannten Beratungsdienstleistungen ausschließen. Jedoch wird auch die Generation Z älter, so dass sich ihre Bedürfnisse und damit auch unser Angebot wandeln wird."

Wie unterscheiden Sie Beratung von Bildung? Wird es Kundenberater und Tutoren geben oder wie kann man sich das vorstellen?

"Bei der Beratung geht es vorwiegend darum, den optimalen zeitlichen Kontext zu liefern, in dem es sich für Kundinnen und Kunden lohnt, sich mit einer möglichen Lösung auseinanderzusetzen und diese besser zu verstehen. Dabei ist es unsere Aufgabe, diese Inhalte möglichst einfach im Stil meiner Generation aufzuarbeiten und greifbar zu machen.

Die Bildung umfasst in erster Linie eine allgemeine Finanzbildung, die Basis Know-How sicherstellen und das Finanzwissen je nach Bedarf erweitern soll.

Bastian Krautwald, Mitgründer und CEO, Wajve

Die Bildung umfasst in erster Linie eine allgemeine Finanzbildung, die Basis Know-How sicherstellen und das Finanzwissen je nach Bedarf erweitern soll. Der Hintergrund ist, mit der Volljährigkeit beginnen wir selbst unsere Einnahmen und Ausgaben zu verwalten, zu investieren oder anzulegen. Dabei wird ein Grundwissen vorausgesetzt, das nie erlernt wurde, außer man hat es sich konkret selbst angeeignet.

Mit bestimmten Finanz-Apps kann man heute schnell und leicht zum Beispiel Geld investieren. Das ist zwar praktisch und einfach, was man jedoch dafür wissen sollten, das vermitteln die wenigsten Anbieter und birgt Risiken. Hier setzen wir an."

Können Sie die Zielgruppe der Gen-Z noch etwas weiter eingrenzen? Es macht ja einen Unterschied ob Sie Auszubildende, die bereits über Einkommen verfügen, Studenten die eventuell bis Ende 20 studieren, Menschen ohne Abitur, etc., beraten. Wie ist da Ihre Roll-out-Strategie, fangen Sie mit einer spezifischen Zielgruppe an?

"Mit den genannten Bereichen auf unserer Website, 'Finanzen verstehen in Sekunden', 'Geld vermehren jeden Tag' sowie 'Flüssig bleiben auch am Monatsende' nennen wir Mehrwerte, die all’ diese verschiedenen Zielgruppen miteinander verbinden.

Wir konzentrieren uns dabei folglich auf gemeinsame Interessen und Herausforderungen der Generation als auf die mögliche Ausgangslage einzelner Zielgruppen. Über unsere bestehende Plattform DeineStudienfinanzierung haben wir spezifische Herausforderungen der jungen Nutzer aufgedeckt, die wir nun mit Wajve noch passender anbieten können."

Bastian Krautwald, Mitgründer und CEO von Wajve | Foto: Wajve
Bastian Krautwald, Mitgründer und CEO von Wajve | Foto: Wajve
Was sind beim Aufbau der App Ihres Erachtens die wichtigsten Komponenten? Wie werden Sie sich von anderen neuartigen Neobanken mit hippem Image - etwa N26 - abgrenzen, was machen Sie besser?

"Grundsätzlich sind wir der Ansicht, dass es in den meisten Fällen nicht immer die Antwort (das Produkt) sondern die Fragestellungen (die zu lösenden Herausforderungen) sind, denen wir uns in den letzten Jahren angenommen haben. Das heißt in unserem Fall, ein sehr gutes Verständnis für die Bedürfnisse einer doch anderen, neuen Generation zu entwickeln.

Wie in den meisten Unternehmungen geht es auch bei uns um Schnelligkeit: Schnell Innovation anhand entstehender Bedürfnisse entwickeln. Dies wird auch den Unterschied für die neue Generation ausmachen.

Bastian Krautwald, Mitgründer und CEO, Wajve

Wie in den meisten Unternehmungen geht es auch bei uns um Schnelligkeit: Schnell Innovation anhand entstehender Bedürfnisse entwickeln. Dies wird auch den Unterschied für die neue Generation ausmachen. Dabei unterscheiden sich unsere Hypothesen sicherlich bereits jetzt von den genannten Anbietern, deren Kundengruppe jünger, aber dennoch deutlich älter als die Generation Z ist."

Wie wird das DeineStudienfinanzierung (DS)-Team die Zeit zwischen DS und Wajve aufteilen? Planen Sie persönlich, sich bald einzig Wajve zu widmen? Ist ein Start-up nicht immer ein Vollzeit-Projekt?

"Grundsätzlich ist DeineStudienfinanzierung ein für uns relevanter Bestandteil, an dessen inkrementeller Verbesserung mehrere Teams mit vollem Fokus arbeiten. Wir wollen dort auch in den nächsten Jahren unser starkes Wachstum aufgrund eines besonderen Erlebnisses fortführen und weiter steigern. Hierfür haben wir unter anderem in den letzten Wochen Simon Götz als Head of Product für die Plattform gewonnen.

Wie in den meisten agilen Strukturen werden wir, sobald das möglich ist, in funktionsübergreifenden Teams zusammenarbeiten, sodass die Teams grundsätzlich möglichst autark an ihren Themen arbeiten können. Meine Aufgabe liegt dabei meiner Meinung nach insbesondere darin, diesen Teams eine sehr gute Ausgangslage und ein optimales Umfeld zu schaffen, in dem sie bestmögliche Leistung erbringen können.

Gewonnene Teammitglieder, wie unter anderem Jenny Boldt als Head of Growth, spielen dabei natürlich eine essenzielle Rolle. Allem in allem ist ein Start-Up ein Vollzeitprojekt und Wajve ist dabei für uns als Unternehmen der logische nächste Schritt, diese bereits bekannte Kundengruppe weiter voranzutreiben und weiter zu unterstützen."

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