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Paypal bestraft bald inaktive Händler in Deutschland und Österreich

Der Bezahldienst führt zum 30. Juli eine Strafgebühr von zehn Euro für inaktive Geschäftskonten ein. Fällig wird sie das erste Mal im Dezember 2021.

Paypal-Logo | Foto: picture alliance / empics | Niall Carson

Händler, die ihr Paypal-Konto nicht nutzen, müssen künftig Strafe zahlen: Der Bezahldienst führt ab 30. Juli in seinen AGB eine Inaktivitätsgebühr von zehn Euro ein, die fällig wird, wenn ein Geschäftskonto ein Guthaben aufweist und mindestens zwölf Monate hintereinander inaktiv war. Das bedeutet, über dieses Konto wurde weder Geld versendet, noch hat sich der Kunde dort eingeloggt.

Die Strafgebühr wird das erste Mal im Dezember eingezogen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Hat der Händler weniger als zehn Euro Guthaben auf dem Konto, bucht Paypal auch weniger als zehn Euro ab - ins Minus wird aufgrund der Inaktivitätsgebühr also kein Geschäftskonto rutschen.

Begründung mit Kosten

Paypal begründet den Schritt mit Kosten, die durch Konten entstehen, auch wenn sie nicht aktiv genutzt werden. Sie wollen das durch die Strafgebühren gewonnene Geld in Dienstleistungen investieren. Die Zahl der inaktiven Konten und die Höhe der dadurch entstehenden Kosten wollte eine Sprecherin des Unternehmens auf Nachfrage von FinanzBusiness nicht nennen.

Es ist jedoch sehr leicht, die Gebühr zu vermeiden.

Sprecherin von Paypal

"Es ist jedoch sehr leicht, die Gebühr zu vermeiden", so die Sprecherin zu FinanzBusiness. Paypal informiere die betroffenen Kunden rechtzeitig. Wer vermeiden wollte, für sein ungenutztes Konto zehn Euro zahlen zu müssen, solle sich einfach bis Ende November einmal in sein Paypal-Konto einloggen oder Geld senden beziehungsweise empfangen. Dann gelte das Geschäftskonto wieder als aktiv. Zudem sei es Kunden jederzeit möglich, ihr Konto zu schließen.

In Deutschland und Österreich

Die Regelung gilt für Händler in Deutschland und Österreich. In anderen Ländern weht bereits seit längerem ein kälterer Wind: So hat der Bezahldienst schon Ende 2020 in 44 der 50 europäischen Ländern, in denen er unterwegs ist, eine Strafgebühr für inaktive Kunden eingeführt.

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In Deutschland wird Paypal von fast 30 Mio. Kunden genutzt. Davon sind acht Prozent Händler, nutzen also Geschäftskonten. Der Bezahldienst verzeichnete hierzulande 2020 ein Wachstum von 14 Prozent, also 3,5 Mio. Kunden.

Weltweit gewann Paypal 2020 etwa 70 Mio. Neukunden, das entspricht einem Plus von rund einem Viertel. 377 Mio. aktive Kunden nutzen den Bezahldienst rund um den Globus.

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